Lionel Loueke - Mwaliko - Cover
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Lionel Loueke Mwaliko


  • Label: Blue Note/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Musik aus Afrika bringt die Sonne ins Herz. Sie lässt den Hörer neue Leidenschaften erspüren und erfahren. Vor dem flirrenden Auge entstehen Traumwelten faszinierender Art. Einer, der für solch surrealistisch aufkeimende Gedanken die passende Basismusik liefert, ist Lionel Loueke aus dem Benin. Mit 17 Jahren nahm er erstmals eine Gitarre in die Hand, legte diese aber bis heute nicht mehr aus den Händen. In rasantem Tempo wurde er eins mit dem Instrument. Und sein Talent sprach sich schnell herum. Wayne Shorter zeigte sich überwältigt und auch Herbie Hancock und Terence Blanchard waren begeistert und ließen es sich nicht nehmen, einmal dem Ausnahmegitarristen etwas beizubringen, und auch gemeinsam mit ihm zu spielen. Diese Begeisterung trägt ihn nun durch die Musiklandschaft. Nach Lionel Loueke´s erfolgreichem Blue-Note-Debüt 2007 mit „Karibu“ liefert er uns nun sein zweites Werk „Mwaliko“ - was soviel heißt wie „Einladung“.

Lionel Loueke´s Wurzeln liegen in der traditionellen afrikanischen Musik seiner Heimat. Doch über die Jahre, auch bedingt durch Studium und Auslandsaufenthalte, lernte er die Bandbreite der Musik in all ihren Facetten kennen und landete schließlich beim Jazz. Seine Musik lebt von der Spannung, der Energie und dem Herzblut seines Landes Afrika. Dies wird mit jedem Ton hörbar. Musik voller Intimität und Spontanität ohne Tabus vor unbekanntem Terrain. Eine Liaison zwischen den Klängen Afrikas und den Sounds der restlichen Welt.

Zu den Aufnahmen für „Mwaliko“ lud sich Lionel Loueke auch einige bekannte afrikanische Musiker ein. So die ebenfalls aus Benin stammende Sängerin Angelique Kidjos, die mit ihm die beiden traditionellen Stücke „Ami O“ und „Vi Ma Yon“ einspielte. Hymnische Reminiszenzen an sein Heimatland. Mit dem aus Kamerun stammenden Bassisten und Sänger Richard Bona zelebrierte er die beiden Stücke „Wishes“ und „Hide Life“. Entspannte und ungezwungene Jazzspielereien mit klassischen Elementen. Nummer Drei der Gäste an Loueke´s Seite ist die aus Portland stammende Bassistin und Sängerin Esperanza Spalding. Eine beeindruckende Musiker- und Sängerin, die den Stücken „Flying“ und „Twins“ einen übersinnlich, magischen Charakter verleiht. Emphatisch und bestimmend vereinen sich Grooves und Jazzattitüden zu farbenfrohen Melodien.

An der Seite von Lionel Loueke agieren seit Ende der 90er Jahre, damals traf man sich am berühmten Berklee College Of Music und studierte gemeinsam am Thelonious Monk Institute Of Jazz in Los Angeles, am Schlagzeug der gebürtige Ungar Ferenc Nemeth und Massimo Biolcati am Bass. Ein unzertrennliches Trio – kongenial und geistesverwandt harmonierend. Die Zunge schnallst vor Begeisterung beim Hören der Triostücke u.a. „Griot“ und den Kompositionen Loueke´s Kollegen wie „L.L.“ und „Shazoo“.

Lionel Loueke - er überzeugt von mal zu mal mehr die Fachwelt und er bereichert aufs Vortreffliche die weitgefächerte Welt des Jazz. Seine Art des Nylon-Gitarrenspiels sucht seinesgleichen, der Gitarrensound ist unverkennbar, er beherrscht sein Instrument wie kaum ein Zweiter und seine Stimme färbt sich mal Melodienreich, mal bunt im Scatgewand, mal als Unterstützung seiner Soli-Eskapaden . „Mwaliko“ setzt uneingeschränkt den eingeschlagen Weg einer Fusion aus Jazz und afrikanischen Wurzeln fort, unglaublich reif und ausgegoren. Von einem kleinen Flecken Westafrikas aus strömt Energie an Noten in die weite Welt. Berauschend gut.

Anspieltipps:

  • Griot
  • Nefertiti
  • Vi Ma Yon

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