Killerpilze - Lautonom - Cover
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Killerpilze Lautonom


  • Label: Südpol Records/ALIVE
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Jungs liefern diesmal lediglich Mittelmaßware ab.

Als die Killerpilze 2006 ihr erstes Major-Album herausbrachten, machten sie Tokio Hotel in Sachen Nerv-Faktor wirklich Konkurrenz. Aber wo der kommerzielle Erfolg vorhanden ist, werden keine dummen Fragen gestellt. Was wollen denn bitte diese ganzen Kritiker, wenn sich die Platten besser verkaufen als Frühstücksbrötchen? Recht haben die Jungs und blieben ihrer Linie stets treu, sodass auch „Mit Pauken und Raketen“ ein riesiger Erfolg wurde. Nichts mit einer Band, die gleich wieder in der Versenkung verschwindet, auch wenn man nach 2007 dachte, dass es vorbei sein könnte. Weit gefehlt, denn nun folgt das dritte Album „Lautonom“, mit der vieldeutigen Quatsch-Single „Drei“.

Auch dieses Mal gibt es Wortspiele, die versuchen an die guten Tage der Ärzte heranzureichen, was in „Drei“ aber genauso gezwungen klingt wie bei Bens „Kleider Machen Leute“ oder Silbermonds „A Stückl heile Welt“. Die pfiffige Idee allein reicht den meisten Hörern jedoch und wer das mag, darf auch den Rest des Albums feiern. Dazu kommt, dass die Pilze erwachsener klingen auf ihrem Album mit der magischen Zahl. Die Balladen „Grauer Vorhang“ und „Lieblingssong“ sind zwar immer noch zwischen Madsen und Revolverheld (im negativen Sinne), aber die rockigeren Nummern, die den Großteil ausmachen klingen erwachsener, abgesehen von der Eröffnungsnummer.

Lediglich Mittelmaßware liefern die Jungs diesmal auf jeden Fall ab, aber mit Album Nummer drei wird eine Tatsache immer offensichtlicher: die Killerpilze haben ihren bisherigen Zenit erreicht. Der Gesang konserviert zwischen 3. Generation und Revolverheld, ohne endgültig cool zu klingen oder berührend. Die Härte von Turbostaat wird ja sowieso nicht erreicht. Für junge Kids, die selbst die Rockmusik für sich entdecken wollen, ist so eine jugendfreundliche Band mit lediglich dezent aufrührerischem Gedankengut genau das Richtige. Tracks wie „Ego“, „Denken“ und „Plastik“ werden nur bedingt zum mitdenken verführen und wer diese Texte jetzt tiefgründig findet, der hat halt eine andere Raumwahrnehmung. Es muss für jeden Musik geben und so „lautonom“ sich die drei Jungs auch geben mögen, kratzen sie auch weiterhin nur an der Oberfläche der Rockmusikwelt.

Anspieltipps:

  • Drei
  • Lieblingssong
  • Denken

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