The Avett Brothers - I And Love And You - Cover
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The Avett Brothers I And Love And You


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die amerikanische Presse ist sich eins, dass die Brüder und ihre Unterstützer zu den Top-Musikern des Landes gehören.

Rick Rubin war wieder auf Talentsuche und abseits jeglicher Castingshows ist er wieder fündig geworden. Abseits in wirklich jede Sinne. Nicht nur, dass es kein Casting gab, nein, es wird auch einer Stilrichtung nachgegangen, die nicht wirklich nach goldenen Schallplatten riecht. Den richtigen Riecher hingegen beweist Rubin nur allzu oft und so darf man gespannt sein, wie erfolgreich die Avett Brothers Seth und Scott unter der Leitung des großen Mentors werden. Eine Neuentdeckung sind die Jungs dabei nicht wirklich, denn bereits seit der Jahrtausendwende erfreuen sie ihre Fangemeinde mit stetig neuer Folkmusik. Rubin ist viel mehr der große Schritt, der finanzielle Sicherheit verspricht. Nicht zuletzt die Kooperation mit Neil Diamond könnte Rick Rubin zu diesem Experiment geführt haben.

Die amerikanische Presse ist sich bereits eins, dass die Brüder und ihre Unterstützer plötzlich zu den Top-Musikern des Landes gehören. Sowas nennt man wahrscheinlich den Midastouch, Herr Rubin. Das Rezept ist eigentlich so simpel, dass es wehtut. Angenehme Folkhymnen ohne technisches Trara. Großteils emotional und ruhig, wie der Beginn des Albums. Die Singer/Songwriter-Note und die poppigen Aspekte der Musik machen aus „I And Love And You“ ein sehr leicht zugängliches Folkerlebnis. Gleichzeitig bewegen sich Gesang und auch Musik auf einem Niveau, das nie glatt gebügelt wirkt. Im Gegensatz zu Neil Diamond liegt die große Stärke der Brüder darin, dass sie nicht nur minimalistische Balladen schreiben, sondern wie Delta Spirit auch mal in die Tasten hauen und mit „The Perfect Space“ auch für schwingende Tanzbeine und lustige Runden verantwortlich sein können.

Das Hauptaugenmerk liegt natürlich weiter auf den einfühlsamen Stücken, die klar in der Überzahl sind und in „Head Full Of Doubt/Road Full Of Promise“ und „Ill With Want“ ihre Höhepunkte finden, ohne dass die restlichen Lieder qualitativ weit zurückfallen. Die kurzen, zumeist erfrischenden Stücke sind ebenfalls allesamt gelungen und alles was diesem homogenen Album fehlt sind noch ein paar Höhepunkte. Gleichzeitig sollte man einfach dankbar für solche eine hohe und durchgehende Qualität sein. Für die ruhigen Stunden im Auto ist diese Platte einfach perfekt und wer nicht das typisch deutsche Problem hat, dass der amerikanische Folk ungewohnt aufs Ohr wirkt, wird noch hellere Freude an dieser herzlichen Sammlung von Folk-Perlchen haben. Wem das fröhliche „Tin Man“ nicht gefällt, der sollte die Scheuklappen einfach mal ablegen oder einen Auslandsbesuch planen, den Musik sollte immer weltweit funktionieren und verbinden.

Anspieltipps:

  • I And Love And You
  • Head Full Of Doubt/Road Full Of Promise
  • Tin Man

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