Level 42 - Live At Rockpalast - Cover
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Level 42 Live At Rockpalast


  • Label: Eagle Rock/EDEL
  • Laufzeit: 107 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Sendung „Rockpalast“ hat seit ihrer Erstausstrahlung 1974 schon viele Künstler von der Bühne ins heimische Wohnzimmer gebracht und erfreut sich selbst nach über 35 Jahren ungebrochener Beliebtheit. Neben größeren Kalibern im Musikgeschäft der Marke U2, R.E.M., Dire Straits oder David Bowie gibt es auch Übertragungen von „jüngeren“ Formationen wie My Chemical Romance, Muse, Papa Roach oder Him und deutsche Gruppen (z.B. Rammstein) sind ebenfalls keine Seltenheit.

Aus dem kleinen Bochumer Club Zeche gab es im Oktober 1983 im „Rockpalast“ mit einem Mitschnitt des Level 42-Auftritts vor allem Bassspiel in Perfektion zu begutachten. Mark King (Gesang, Bass) steht oftmals alleine da und lässt das Publikum und den Zuschauer trotzdem die Kinnladen herunterklappen, wenn der von vielen Musikmagazinen als der weltbeste Bassist ausgezeichnete Musiker gemeinsam mit Boon Gould (Gitarre), Mike Lindup (Keyboard, Gesang) und Phil Gould (Schlagzeug) die Saiten seines Instruments zu zupfen beginnt.

Abgesehen davon klingt der dargebotene Jazz-Funk des Vierers, der auch Popstrukturen oder New Wave-Elemente mit sich führte, ein wenig überholt, Laune kommt bei dem 15 Tracks umfassenden Set trotzdem auf, was an der lockeren Attitüde von Level 42 (bester Anspieltipp hierfür: „Starchild“) und der perfekten Beherrschung der Instrumente, sei es Keyboard, Gitarre oder eben Bass, liegt. Jeder Song wird mit einer Inbrunst vorgetragen, die Spielfreude ist schier unendlich und nicht selten türmen sich vor dem Hörer bzw. Zuschauer stürmische Instrumentalkaskaden auf, die beinahe kathartische Wirkung haben.

Auf der technischen Seite gibt es neben einem kurzen, wenn auch unterhaltsamen Interview als kleines Extra ein altersbedingt, leicht schwammiges Bild im 4:3-Format und wahlweise DTS Digital Surround-, Dolby Surround 5.1- oder Dolby Digital Stereo-Abmischung, die allerdings hin und wieder mit kleinen Verunreinigungen zu kämpfen hat, die aber zum Glück nie von langer Dauer sind. Bedenkt man, dass die Auflösung von Level 42 1994 ebenfalls den künstlerischen Schlussstrich unter diese einst großartige Formation zog und die Reunion 2001 kaum mehr Relevantes hervorbrachte, bekommt der geneigte Käufer im Vergleich zu den blutleeren 00er Jahren des Acts hiermit ein stürmisches Manifest britischer Handwerkskunst geboten, welches heute seinesgleichen sucht.

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