Mose Allison - The Way Of The World - Cover
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Mose Allison The Way Of The World


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

40 Jahre lang brachte Mose Allison, der von vielen als der „William Faulkner des Jazz” bezeichnet wird, kontinuierlich neue Alben an Mann und Frau. Angefangen beim Debüt „Back country suite“ von 1957, über „Your mind is on vacation“ (1976) oder „Ever since the world ended“ (1987), bis hin zu „Gimcracks and gewgaws“ (1997), seine mehr als 25 Alben umfassende Diskographie hatte stets einen Dreh- und Angelpunkt und der war abgesehen von seinem furiosen wie filigranen Pianospiel seine bissige und unkomplizierte Sichtweise auf die unterschiedlichsten Begebenheiten.

Mit vor Sarkasmus und trockenem Humor strotzenden Geschichten direkt aus dem Leben faszinierte Allison Fans und Kritker gleichermaßen über all die Jahre hinweg und die Vorfreude war groß als der mittlerweile 82jährige nach über einer Dekade bekannt gab, wieder an einem neuem Studioalbum zu arbeiten, das nun als „The way of the world“ vorliegt. Darauf gibt es zwar kaum Überraschungen, aber wer erwartet das auch von jemanden, der mit seiner einzigartigen und scharfzüngigen Interpretation von Jazz und Blues ganze Heerscharen von Musikern und Künstlern beeinflusst und dies selbst in der rezenten populär-musikalischen Geschichte mit Interpreten wie Norah Jones oder Diana Krall vollbracht hat.

„The way of the world“ ist einfach ein spartanisch dargebrachtes Juwel, das von der Liebe eines Mannes zu seinem Jazzpiano lebt und das beinahe nebenbei einige äußerst direkte und kritische Beobachtungen tätigt, die dann in schillernde Jazz- und Blues-Songs gepackt werden. Wer allerdings glaubt, Allison würde dieses Mal seinem Jahrgang entsprechend über das fortschreitende Alter und den Zerfall singen, der hat sich getäuscht. Neben einem mitreißenden Instrumental („Crush“), das Mose in Perfektion mit seiner Band bestreitet, demaskiert er z.B. in „Everybody thinks you´re an angel” schnippisch einen nach außen hin kreuzbraven Menschen und mit „Modest proposal“ proklamiert er, den Gottheiten der Religionen mal ein paar Wochen Urlaub zu gönnen, damit Kriege im Namen von Jesus oder Allah ebenso ruhen können.

Als kleine Draufgabe gibt es mit „This new situation“ ein Duett mit seiner Tochter Amy, die sich ebenfalls im Songwriterfach betätigt, was den Charme des Albums noch einmal anhebt und zu dem Schluss kommen lässt, das dies hoffentlich nicht die letzte Platte von Mose Allison bleibt und der sich im Spätherbst befindliche Musiker es trotz der Kurzweiligkeit seiner Songs und der leicht brüchigen Stimme selbst nach über 50 Jahren im Musikgeschäft noch immer drauf hat.

Anspieltipps:

  • Crush
  • My Brain
  • Ask Me Nice
  • Everybody Thinks You´re An Angel

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