Samy Deluxe - Dis Wo Ich Herkomm: Live - Cover
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Samy Deluxe Dis Wo Ich Herkomm: Live


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 70 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Exakt ein Jahr nach seinem Nummer-3-Album in den deutschen Charts, „Dis wo ich herkomm“ (03/2009), meldet sich der 32jährige Hamburger Rapper Samy Deluxe mit dem Live-Pendant zu seinem dritten Solowerk zurück. Zusammen mit der Tsunami Band (Keith Powell am Bass, Kirk McDowell und Gillian Nathan Buitendrop an den Keyboards, Michael Grimm an den Drums, Rudy Valentino an der Gitarre und Shawn McCarty als Perkussionist) tourte das Urgestein der deutschen Rap-Szene kreuz und quer durch die Republik und präsentierte seinen aktuellen Longplayer, auf dem sich Samy Deluxe als gereifter Künstler zeigt, der in seinen Texte persönliche Erlebnisse verarbeitet und seinen jugendlichen Hörern Denkanstöße liefert.

Das vorliegende Live-Album wurde während der beiden Abschlusskonzerte der 2009er Tournee im Club Kampnagel in Hamburg aufgenommen und fährt neben der Tsunami Band noch eine vier Mann starke Bläsersektion, fünf Streicher sowie einen dreiköpfigen Background-Chor auf, wodurch der Live-Sound ebenso druckvoll wie organisch klingt. Die Songreihenfolge hält sich dicht an der des Studioalbums, hat aber auch ein paar abweichende Nummern wie den nagelneuen Track „Hin und her“ im Programm. Dabei zeigt sich, dass Samy Seluxe inzwischen nicht nur als Rapper glänzt („Übers Geld“, „Dis wo ich herkomm“, „Let’s go“), sondern auch als gefühlvoller Sänger („Wer ich bin“).

Musikalisch streift der Hamburger neben den obligatorischen HipHop-Tracks („Deshalb“) auch die Bereiche Soul („Hin und her“), Pop („Bis die Sonne rauskommt“), Reggae („Sowieso schwer“), Swing („Sprech wie ich sprech“) und R&B („Wir sind keine Kinder mehr“). Das sorgt für Spaß und Abwechslung und beweist, dass Samy Deluxe einer der ganz wenigen Rapper in Deutschland ist, der den Mut hat, sich textlich und musikalisch weiterzuentwickeln.

Während der klassische Gangsta-Rap national wie international in einer tiefen Krise steckt, kristallisiert sich zumindest in Deutschland eine überschaubare Schar an Rap-Künstlern heraus, die einen stilistischen Crossover wagt, ohne ihre Seele zu verkaufen. Schön nachzuhören ist dies auf Live-Alben wie dem vorliegenden. Hier kommt nichts aus der Konserve, die Instrumente sind echt, die Musik kurzweilig und die Stimmung prächtig. So hat HipHop/Rap auch weiterhin eine Perspektive!

Anspieltipps:

  • Let’s go
  • Superheld
  • Hin und her
  • Weck mich auf
  • Bis die Sonne rauskommt
  • Wir sind keine Kinder mehr

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