SuG - Tokyo Muzical Hotel - Cover
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SuG Tokyo Muzical Hotel


  • Label: CLJ/ALIVE
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die „Oshare Kei“-Band SuG (bei Oshare Kei handelt es sich um eine fröhlichere und buntere Variante des bekannten Visual Kei) wurde im Okober 2006 gegründet und traten Anfang 2007 erstmals in ihrem Heimatland Japan auf. Nach einer Umbesetzung am Bass und einer ersten richtigen Tour wurde PS Company, Japans Bekanntestes Indie-Label, auf die Band aufmerksam und nahmen sie unter Vertrag.

Zwei Single-Veröffentichungen „Scheal“ und „Alterna“, vor allem aber das Mini-Album „I SCREAM PARTY“ machten sie auch in Europa bekannt und im September 2007 spielten sie erstmals in Deutschland. Nachdem es im Jahr 2008 etwas ruhiger um die Band wurde, startete sie endgültig mit vier Singles durch, die sich alle in Japan gut in den Charts platzierten. Die Singles sind auch auf dem bei SLJ-Records erschienen Deutschland-CD-Debüt „Tokyo Muzical Hotel“ enthalten, das zeitgleich mit der Major-Veröffentlichung in Japan (Pony Canyon) in die deutschen Plattenläden kommt.

Mit „million $orchestra“ startet die CD extrem groovend. Beherrschen den Track anfangs noch Industrial-Sounds, wird im folgenden der Rhythmus angezählt und HipHop-Klänge, begleitet vom Rap-Satz „HipHop won´t stop“ bestimmen die nächsten zwei Minuten. Befremdlich, wenn auch amüsierend, wirken jedoch bei dem Opener die Stimmen, sehr nach Micky Maus klingen. Wer allerdings denkt, es ginge im HipHop-Style weiter, dem wird gleich die Stoppkelle vorgehalten. Die Single „gr8 story“ sprüht vor Energie und Lebensfreude und „Positive Rock“, wie die Band ihre Musik bezeichnet, weckt die lahmen Hörerknochen. Die extrem billig klingenden, quietschigen Keyboardsounds mögen für westliche Ohren eher abstoßend wirken, doch insgesamt weiß die erste Single des Albums sehr zu gefallen.

Im weiteren Verlauf begleiten die Keyboardsounds die sehr vielseitigen Tracks. Besonders hervorstechend sind sie allerdings in den Liedern „Early“, „Industrial“ und „16-bit“. Letzteres kann man durchaus als Reminiszenz an die Zeiten des C-64 verstehen, so sehr ähneln sich die Melodien mit denen, die man noch aus dem Computer der 80er kennt. Ansonsten erklingt aber ein Mix verschiedenster Stilrichtungen, der einerseits wie ein willkürliches Sammelsurium verstanden werden kann, andererseits aber auch die Flexibilität der Band unterstreicht. Da trifft Speed und Nu Metal („Karma“) auf japanischen Fun-Punk („little“) oder RHCP-Klänge („bushido-FREAKY“) auf balladesken Stadion-Pop/Rock („kaori“).

Das ungewöhnlichste Stück des Albums ist aber zweifelsohne „P!NK masquerade.“. Beginnend mit amerikanisch klingendem Hard Rock schwingt es sich zum Positive Rock auf, um dann durch Bassläufe, deren Ursprung aus dem Jazz kommen, in eine Ballade auszuufern, die dann wieder durch ein DJ-Break (inklusive „HipHop won´t stop“-Sample) mit HipHop-Rock zu enden. Soviel Flexibilität in knapp 3½ Minuten hört man selten und wenn es dann so gut zusammenpasst, dann kann man nur sagen: Gut gemacht!

Auch wenn das Album teilweise etwas zusammengewürfelt wie eine Single-Compilation wirkt, die einzelnen Tracks des Silberlings sind unterhaltsam und größtenteils mitreißend, schwanken aber sehr zwischen sehr gut und oberer Durchschnitt. Für ein Debüt eine sehr ordentliche Leistung.

Anspieltipps:

  • gr8
  • P!NK masquerade.
  • little

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