John Denver - Country Roads: Live In England 1986 - Cover
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John Denver Country Roads: Live In England 1986


  • Label: Eagle Rock/EDEL
  • Laufzeit: 144 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

John Denver, der Mann, der seine Auffassung des „American way of life“ in seine Countrymusik einfließen ließ und die Liebe zur Natur in seinen Songs unmissverständlich zum Ausdruck brachte, ist nun seit 13 Jahren nicht mehr unter uns. Der tragische Flugzeugabsturz vom 12. Oktober 1997 ist für viele Fans zum Anlass geworden um an diesem Tag die reichhaltige Diskographie des Songwriters hervorzukramen und im Gedenken an ihn den einen oder anderen persönlichen Lieblingssong zu spielen. Mit den 5 DVDs des Konzertpakets „Around the world: Live“ bekam der Anhänger mit dem etwas dickeren Geldbeutel beinahe auf den Tag genau im Oktober 2009 sogar eine tolle Alternative spendiert um solch eine denkwürdige Zeremonie sowohl in Bild als auch in Ton zu begehen.

Die daraus abgekoppelte Veröffentlichung „Live in England 1986“ aus dem NEC in Birmingham kann sich jetzt auch der weniger betuchte Fan oder Gelegenheits-John-Denver-Hörer zulegen, denn mit Ausnahme von „Leaving on a jet plane“ ist auf der 27 plus 5 Bonustracks umfassenden Scheibe so gut wie jeder größere Hit des als Henry John Deutschendorf Jr. geborenen Künstlers vertreten. Angefangen bei „Take me home, country roads“, „Thank god I´m a country boy”, über „Rocky mountain high“, „Fly away”, bis hin zu „Annie´s song” und „Calypso“ bleiben bezüglich Umfang der Songauswahl eigentlich kaum Wünsche offen. Diese beschränken sich nämlich mehr auf den technischen Aspekt der DVD und der Darbietung von Denver selbst.

„Live in England 1986“ verfügt zwar über Stereo-, Dolby 5.1- und DTS Digital Surround-Abmischung, das Resultat ist aber nicht unbedingt zufriedenstellend. Die Abmischung der Instrumente und der räumliche Klang sind aufgrund des Alters sicherlich kaum besser hinzubekommen, doch trotzdem lässt einen das Gefühl nicht los, dass der spröde, etwas dünne Sound und das leichte Hintergrundrauschen einem schlechten Mastering (Stichwort: dynamische Kompression) zu verdanken sind oder die vorhandene Tonspur nicht ausreichend von Störgeräuschen bereinigt wurde um ein besseres Resultat zu erzielen. Die Bildqualität hingegen ist nach fast 25 Jahren ziemlich gut, allerdings ist das bei einem statischen Auftritt wie jenem (Denver sitzt oder steht genretypisch die meiste Zeit an einem Fleck) auch nicht anders zu erwarten.

Der zweite Kritikpunkt ist dann der Star des Abends. Schafft es der damals 43jährige bis zur Hälfte der Show noch mit viel Sympathie und Charme durch das über 2 Stunden lange Konzert zu führen, verlässt ihn nach und nach seine Stimme und es kommt zu falschen Tönen oder anderen Patzern. Im Vergleich zum sehr intensiven Beginn, wo Denver auch als Entertainer brilliert und mit Geschichten aus seiner Kindheit wie z.B. der nach Shetlandponys riechenden Tante Lou den kompletten Saal zum Lachen bringt oder mit Ehrfurcht sein komplettes Ensemble vorstellt, fallen diese kleinen Makel daher umso stärker auf. Es ist schließlich ein grandioser Moment, wenn Denvers eindringliches Organ bei „Eagle and the hawk“ von einer zusätzlichen Querflöte unterstützt wird, weniger hervorragend ist es hingegen, das „Calypso“ oder „Rocky mountain high“ im hinteren Drittel trotz Chor, Streicher und sonstigem Bombast eine wuchtige Kulisse heraufbeschwören, die vom Hauptakteur letztendlich aber nicht gestemmt werden kann. Quantitativ ist man mit „Live in England 1986“ aber definitiv auf der sicheren Seite.

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