Bad Hands - Take The Money And Run - Cover
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Bad Hands Take The Money And Run


  • Label: NONS Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Was es nicht schon alles gab: Sticky Fingaz, Stiff Little Fingers, Woven Hand, The Hidden Hand... jetzt gibt es auch Bad Hands. Diese Hände aber gehören dem Schweden Per Nordmark, der in so einigen Bands tätig war und in einigen tätig ist. Vor allem tritt er als Schlagzeuger und Produzent auf, realisiert mit Bad Hands nun ein ganz eigenes Projekt. Das Album beginnt ganz interessant, elektronische Klänge zu denen sich eine Gitarre dazu gesellt, eine Fusion aus Rock und Elektro oder wie der Titel es formuliert „Black And White“. Als Gastsängerin ist Linnea Jönsson zu hören, eine von vielen Gästen der schwedischen Szene, die „Take The Money And Run” ihre Stimme leihen. Was zuerst als ein Beigefühl empfunden wird, bestätigt sich bei dem darauf folgenden „Bad Hands“, es kommt tatsächlich ein Discofeeling auf. Ab Lied Nummer drei beginnt nur leider ein starker Abwärtstrend, der mit „Andra Relationen“ am absoluten Tiefpunkt angelangt ist. Die Stimme von Subbah ist so nervig und das ganze Konstrukt so unharmonisch, dass ein Drücken der Skip-Taste unvermeidbar ist.

Eine unerwartet glückliche Fügung ist das nächste „Close Enough“, welches ohne Gesang, dafür mit Hintergrundstimmen und einem gediegenen Mix aus Elektro und Xylophon ähnlichen Tönen für einen angenehm ruhigen Akzent sorgt. Wahrscheinlich ist es der Kontrast zu „Andra Relationen“, der es so geschmeidig erscheinen lässt. In „We Love Blood“ hingegen verewigt sich Henric de la Cour mit einem Gesang der Depeche Mode nicht unähnlich ist. Ansonsten ein sehr unspektakulärer Track. Danach wird es nochmal kurz rockiger und schneller („Cartoon Wolf“), bevor das Album mit sehr viel lalala-Geträller in „Sillodill“ sehr ruhig ausklingt. Vieles ist zwar durchaus hörbar, nur geht es an einem spurlos vorbei wie Fußgänger in einer Einkaufsmeile oder eben das Geträller im letzten Lied.

Per Nordmark ist mit Bad Hands von jeglichen Konventionen losgelöst, wie es korrekt angekündigt wird. Er vermischt seine Hauptzutaten Rock und Elektro in vielen Variationen, doch was nutzt uns seine künstlerische Freiheit, wenn das Ergebnis ein mal chaotisches, mal ödes Werk ist. Eine Eignung für die Disco kann dem Album ohne weiteres ausgesprochen werden, aber Daheim ist damit wenig anzufangen, jedenfalls ohne den nötigen Pegel. „Take The Money And Run“ ist trotz der lediglich 37 Minuten nur schwer zu durchdringen. Die Musik versucht viele Stile zu verbinden und hört sich dabei oft an wie ein Kind mit ADHS-Syndrom. Es will alles auf einmal ohne Rücksicht auf Verluste. Mit so einem Kind möchte ich nicht im Sandkasten spielen.

Anspieltipps:

  • Close Enough
  • Black And White

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