Bonobo - Black Sands - Cover
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Bonobo Black Sands


  • Label: Ninja Tune/Rough Trade
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Vielseitigkeit wird im Hause von Simon Green großgeschrieben.

Auch auf seinem vierten Album „Black Sands“ forscht Simon Green aka Bonobo weiter nach der perfekten Verquickung von elektronischen, jazzigen Ausflügen in Lounge-Gefilde, Pop der anschmiegsamen Sorte, gelungener Balance zwischen Electronica-Sounds sowie „gewöhnlichen“ Instrumenten und dem nötigen Biss, der auch manchmal bis zur Tanzfläche in Dubstep-Manier vordringt. Dass er die meisten seiner eingesetzten Instrumente auch noch selber einspielt, ist die Sahnehaube auf ein Musikverständnis, welches Bonobo zu einem der ganz Großen auf Ninja Tune macht. So wurde „Black Sands“ heiß erwartet, dürfte vom geneigten Bonobo-Hörer ebenso Zuspruch wie seine bisherigen Werke finden, bleibt im ganzen aber doch etwas steif und etwas architektonisch verbaut, wenn da nicht vor allem die Stimme von Andreya Triana in drei Songs die Architektur lockern würde und gefühlvoll zum Schwelgen einlädt.

So eröffnet das mit Streichern in der Klassik badende „Prelude“ ein Album, welches schon wenige Sekunden später zu R'n'B-Rhythmen und irisch angehauchtem Geigenspiel die Pforten nochmals weiter öffnet. Vielseitigkeit wird im Hause von Simon Green großgeschrieben, doch springt erst beim vierten Track „Eyesdown“ (mit Andreya Triana) der Funke so richtig über. Fast schon beliebig sind die ersten Tracks von sonnigen, leichten Beats und Spielereien durchflutet, die neben der Geige auch Kuhglocken, Flöten und Bläser zur Schau stellen, dass man sich nach einem Fixpunkt sehnt. Dieser wird mit den Vocals in eben dem markanten „Eyesdown“ vollends erreicht und so begibt sich Bonobo weiter in die bunt gemischten Felder aus Ambient, Folklore und Jazz, denen das ein oder andere Mal eine Drehung zuviel anhaftet.

Schlichter, ja zielgerichteter zieht einen „Eyesdown“ mit den seelenvollen Vocals voller Wärme, Dubstep-Beats und akzentuiert wirkungsvollen Percussions in den Bann oder zündet der filigran umrahmte Entwurf von elektronisch infizierter Weltmusik in „El Toro“. Immer wieder faszinieren einzelne Elemente, wie Piano-Tupfer, pulsierende Bläser und Percussions, selten allerdings die Gesamtheit von „Black Sands“. Dazu ist der Longplayer zu wenig schlüssig in seiner Ausstrahlung und manchmal etwas zu selbstverliebt, um sich auf das Wesentliche zu beschränken. Für die Songs mit Andreya Triana, ob nun das markante, zielstrebige „Eyesdown“, der soulige Wohlklang von „The Keeper“ und das melancholisch überwältigende „Stay The Same“, bleibt festzuhalten, dass nicht nur die Gesangskünste vollends überzeugen, sondern die Songs durch ihre Griffigkeit enorm gewinnen. Das hätte öfter der Fall sein können, ohne die Spielfreude eines Bonobo herabzuwürdigen.

Anspieltipps:

  • Eyesdown
  • El Toro
  • The Keeper
  • Stay The Same

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