Zilverzurf - Howling Dogs & Lost Souls - Cover
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Zilverzurf Howling Dogs & Lost Souls


  • Label: Poets Club Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Sag einem Jugendlichen, dass er im Begriff ist eine World-Musik-Platte zu hören. Er wird sie nicht mögen können. Er mag diesen spirituell angehauchten, kulturell überbordenden Mist nicht. Sag ihm, es handelt sich um einen Soundtrack, dann ist er begeistert von der Fremdartigkeit und der Differenz zu dem, was er normalerweise aus seinem MP3-Player tönen lässt. Die macht der Suggestion sollte nie unterschätzt werden. Die Präsentation eines Produkts ist schließlich mehr als die halbe Miete. Nicht umsonst herrscht das Markenimperium auch in Zeiten der wirtschaftlichen Instabilität. Das ist allerdings nicht unser Thema und bevor wir noch weiter abschweifen, widmen wir uns dem World-Soundtrack „Howling Dogs & Lost Souls“ von Zilverzurf, der nichts mit den Fantastischen Vier zu tun hat.

Johan Zachrisson ist auch nach über dreißig Jahren der Musik nicht müde und prescht ein weiteres Mal vor. So wirklich wird er zwar niemanden überzeugen können, dass es sich um einen Soundtrack handelt – es sei denn vielleicht für ein kinderfreundliches Point-&-Click-Adventure auf dem PC – denn Akkordeon und Akustikgitarre, sowie andere Protagonisten erschaffen eine klare World-Music-Atmosphäre. Hierbei stellt sich Zilverzurf auch alles andere als dumm an – abgesehen vom Opener – und verzaubert den Hörer mit mediterranen Klängen, die irgendwo zwischen Frankreich und Spanien zu liegen scheinen, ohne sich einer Nationalität aufzudrängen.

„Howling Dogs & Lost Souls“ ist angenehm entspannt und flüchtet vor der Reizüberflutung des modernen Lebens. Zilversurf versteht es auf wunderbare Weise „Chill-Out-Musik für Erwachsene“ zu schaffen, wie er selbst sagt. Wer bei dieser Musik nicht entspannen kann, sollte dringend über einen Besuch beim nächsten, guten Masseur nachdenken. Akupunktur ist auch eine Alternative. Ohne müde zu werden, kann man sich von Track zu Track freuen, wie lebensfroh und gleichzeitig unaufgeregt Johan Zachrisson uns das Leben betrachten lässt. Ohne großartige Synthesizer-Orgien, sondern mit dem Hauptaugenmerk auf organischer Musik und so genannten „Field Recordings“ will er unser Augenmerk auf eine Welt lenken, die hinter der Metropolen-Plastik-Fassade steckt und sich an der eigenen Natürlichkeit ergötzt. Alle die vergessen haben, dass es auch ein Leben hinter der Künstlichkeit gibt, sind Platten wie „Howling Dogs & Lost Souls“ zu tiefem Dank verpflichtet.

Anspieltipps:

  • Saved Pressure
  • The Kalmba Dance
  • Céu Sem Film

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