Doves - The Places Between: The Best Of Doves - Cover
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Doves The Places Between: The Best Of Doves


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 156 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Schon lange, bevor die Doves mit ihrem 2000´er Debüt „Lost Souls“ und markant melancholischem, britisch geprägtem Indie-Pop/Rock Aufsehen erregten, welches sich bis heute nach dem vierten Album „Kingdom Of Rust“ immer noch prächtig in der Musiklandschaft hält, trafen die Brüder Jez sowie Andy Williams mit 15 Jahren auf Jimi Goodwin. Eine langjährige Freundschaft tat sich da auf, gebündelt durch ihre Liebe zur Musik, der Leidenschaft für den prägenden Hacienda-Club in Manchester, um schließlich die Band Sub Sub zu gründen. Einige Jahre hielt man als Trio durch, bis sich ihre Wege 1993 zum Glück nur vorübergehend trennten. Denn fünf Jahre später war es soweit: Jez und Andy Williams machten wieder mit Jimi Goodwin gemeinsame Sache, betitelten sich als Doves und zogen beachtliche Register, egal ob man nun die Alben „Lost Souls“, „The Last Broadcast“, „Some Cities“ oder das letztjährige „Kingdom Of Rust“ als Maßstab nimmt.

Streitbar bleibt die Notwendigkeit von Best Of-Alben im allgemeinen, nicht gerade zuletzt wenn sie nach „nur“ vier Studioalben daherkommen, aber wie da im Hause der Doves Zwischenbilanz gezogen wird, ist aller Ehren wert. Ausgestattet mit jeder Menge süchtig machenden Hits, die sich gegenseitig immer wieder überbieten (z. B. „There Goes The Fear”, „Pounding”, „Catch The Sun”, die neue Single „Andalucia”), B-Seiten, alternativen Versionen und eben drei brandneuen Songs, von denen „Blue Water“ schon seit 2001 im Herzen des Trios schlummert und nun idealerweise den Weg in die Plattenregale findet. Dieser eröffnet die zweite CD, fasziniert nicht nur mit der für die Briten typischen Melancholie und erdigem Sound, sondern holt auch musikalisch weit aus, in dem das Piano die Führung übernimmt, zeitweise psychedelisch abdriftet und die Gitarreneffekte den letzten Atem rauben. Was für eine Reise durch Gefühlslandschaften in Moll, ohne auch nur einmal das prägende Songwriting und die stets zündende Melodie zu vernachlässigen.

Was Jimi, Jez und Andy auf der bestens ausgestatteten Best Of (ebenso mit DVD und allen Videos erhältlich) auch kompiliert haben, ob dunkler Indie-Rock der Marken Shoegaze, Garage oder eben erhabener Indie-Pop mit dem wohltuenden Biss, der je nach Stimmung besänftigt, der Trauer Befreiung verschafft und genau so beherzt die Beine in die Hand nimmt. Die Leidenschaft ist den Tracks in jeder Sekunde anzuhören, überträgt sich ohne Umschweife auf den Hörer, der immer auf´s Neue staunen wird, welch tollen Weg die Doves in den letzten 12 Jahren gegangen sind. So eine Qualität in Stimmung, Songwriting, verzerrten wie klaren Songstrukturen und immer der schützende Effekt eines guten Freundes in der Hinterhand ist nun beileibe nicht an der Tagesordnung und eben genau das stellt „The Best of Doves (The Places Between)“ mit Nachdruck zur Schau.

Anspieltipps:

  • There Goes The Fear
  • Kingdom Of Rust
  • Pounding
  • Andalucia
  • Blue Water
  • Push Me On

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