Avantasia - The Wicked Symphony - Cover
Große Ansicht

Avantasia The Wicked Symphony


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Zu viele gute neue Songs haben sich angesammelt. Also mussten gleich zwei Alben her: „The Wicked Symphony“ und „Angel Of Babylon“.

Was hat sich Edguy-Frontmann Tobias Sammet nicht alles über den letzten Output seines Avantasia-Soloprojekts im Vorfeld sagen lassen müssen! „The Scarecrow“ sei zu „poppig“, „zu wenig Metal“ und habe überhaupt mit den ersten beiden Avantasia-Alben („The Metal Opera I & II“) nichts mehr zu tun. Spätestens jetzt dürfte ihm diese Kritik herzlich egal sein: Nach etlichen Top-10-Platzierungen für das Album und die Single „Lost In Space“, einer aufsehenerregenden Tournee um die ganze Welt, sowie einer Auszeichnung für die beste Deutsche Rockproduktion, gibt ihm der Erfolg zweifellos recht. Dass es eine Fortsetzung des Projekts geben würde, stand also außer Frage – dass es sich dabei aber gleich um ein Doppelalbum handeln würde, war kaum abzusehen. Immerhin ist die Veröffentlichung von „The Scarecrow“ erst zwei Jahre her.

Zu viele gute neue Songs hätten sich laut Sammet in dieser Zeit angesammelt. Also mussten gleich zwei Alben her: „The Wicked Symphony“ und „Angel Of Babylon“ sind sowohl einzeln, als auch zusammen in einer reich ausgestatteten Box mit Zusatz-Booklet und Bonusmaterial im Handel erhältlich. Bereits die Liste der beteiligten Musiker ist respekteinflößend: u.a. haben Klaus Meine (Scorpions), Jon Oliva (Ex-Savatage), Michael Kiske (Ex-Helloween), Tim „Ripper“ Owens (Ex-Judas Priest), und Eric Singer (Kiss) Beiträge zu dem schon monumental zu nennenden Projekt beigesteuert.

Und das kann sich tatsächlich hören lassen. Alles in allem ist das neue Werk zwar nicht ganz so opulent orchestriert ausgefallen wie noch „The Scarecrow“, dafür legt Sammet in Sachen Härte noch einen Zahn zu, wenngleich die Produktion sehr transparent, geradezu poppig, ausgefallen ist. Das Wichtigste aber ist, dass das Songwriting auch diesmal wieder absolut überzeugen kann. Von der ersten Sekunde an sind die Avantasia-typischen Trademarks herauszuhören: Großartige Refrains und Bombast („The Wicked Symphony“, „Rat Race“, „Journey To Arcadia“) treffen auf bodenständige Härte („Scales Of Justice“, „Crestfallen“) und natürlich spektakuläre Gastsänger. Hervorzuheben währen dabei vor allem Klaus Meine bei dem Ohrwurm „Dying For An Angel“, sowie der Mountain-King Jon Oliva, der sehr überzeugend in die Fußstapfen von Alice Cooper tritt und „Death Is Just A Feeling“ zum Besten gibt.

Dieses Material ist so gut, dass es zweifellos die Höchstnote verdient hätte – wäre da nicht ein kleiner Wehmutstropfen. Entgegen Sammets Ankündigung, zwei gleichwertige Alben ohne Füller zu veröffentlichen, haben sich leider auf beiden Scheiben auch eine Hand voll stereotyper Power-Metal-Nummern eingeschlichen. Ein einziges, längeres Album hätte also wohl ausgereicht und währe Fan-freundlicher gewesen, zumal man für das Gesamtpacket schon sehr tief in die Taschen greifen muss. Sei's drum: die beiden neuen Avantasia-Alben sind mit das Beste, das man seit langem im Melodic-Metal-Bereich zu hören bekommen hat und verdienen nur eines: eine unbedingte Kaufempfehlung.

Anspieltipps:

  • The Wicked Symphony
  • Crestfallen
  • Forever Is A Long Time
  • Dying For An Angel

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
6.5/10

The Book Of Souls: Live Chapter
  • 2017    
7.5/10

Cold Dark Place EP
  • 2017    
8/10

The Rise Of Chaos
  • 2017    
Diskutiere über „Avantasia“
comments powered by Disqus