Meat Loaf - Hang Cool Teddy Bear - Cover
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Meat Loaf Hang Cool Teddy Bear


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 65 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Hang Cool Teddy Bear“ legt Meat Loaf eines seiner stärksten Werke außerhalb der „Bat Out Of Hell”-Trilogie vor.

Meat Loaf ohne „Bat Out Of Hell”-Geschichte und bombastische Jim-Steinman-Songs im Rücken, das funktioniert irgendwie nicht. So lautet die landläufige Meinung und die Verkaufszahlen mögen dies sogar belegen. Trotzdem wagt Meat Loaf (62) mit seinem neuen Album „Hang Cool Teddy Bear“ einen erneuten Versuch, um aus diesem einengenden Teufelskreis hinauszukommen. Schließlich ist die „Bat“-Trilogie zu Ende erzählt und Jim Steinman braucht für neue Songs sowieso immer viel zu lang.

Für „Hang Cool Teddy Bear“ hat sich Meat Loaf den schwer begehrten Produzenten Rob Cavallo (Green Day, Kid Rock, Avril Lavigne, My Chemical Romance) und (zum Teil recht junge) Songschreiber wie James Michael (Mötley Crüe, Samy Hagar, Papa Roach, Scorpions), „American Idol“-Jurymitglied Kara DioGuardi (Celine Dion, Leona Lewis, Hilary Duff) und den Ex-„The Darkness“-Frontmann Justin Hawkins ins Studio geholt. Selbst das bewährte Duo Jon Bon Jovi/Desmond Child (u.a. „You give love a bad name”, „Livin' on a prayer”, „Keep the faith”) steuerte mit „Elvis in Vegas“ einen alten Track aus den 90er Jahren bei. Als musikalische Überraschungsgäste sind zudem Hollywood-Star Jack Black („Like a rose“) und der englische Schauspieler Hugh Laurie vertreten, der in „If I can’t have you“ Klavier spielt.

Der rote Faden des 13 Songs umfassenden Albums basiert auf einer Kurzgeschichte des Drehbuchautoren und Regisseurs Kilian Kerwin, denn ohne Hintergrundstory, mit der die Songs konzeptionell zusammengehalten werden, macht es Meat Loaf offenbar nicht. Und dass Marvin Lee Aday, wie Meat Loaf bürgerlich heißt, seinen unverkennbaren Sound aufs Spiel setzen würde, sollte ebenfalls nicht erwartet werden, wobei die Songs auf „Hang Cool Teddy Bear“ hörbar von einem frischen Wind durchzogen sind. So sind die Gitarrenriffs in „Living on the outside“ fast schon punkig und der gesellschaftliche Seitenhieb in der ersten Singleauskopplung „Los Angeloser“ in beschwingte Rhythmen verpackt. Mit „Like a rose“ legt Meat Loaf sogar einen richtig knackigen Rocksong mit coolen Rap-Einlagen hin.

Doch ein Meat-Loaf-Album ohne Dicke-Hose-Produktion und Bombastsound wäre eben kein richtiges Meat-Loaf-Album. Das muss man wissen – und so ist gleich der Opener „Peace on earth” ein 6½-Minuten-Monolith von einem Song mit Hollywood-Blockbuster-Intro, fetten Orchesterparts, diversen Breaks und einigen Harmoniefolgen, die an den 70er Jahre Queen-Klassiker „Seven seas of rhye” gemahnen. Also ganz großes Ohrenkino, weswegen man Meat-Loaf-Album kauft – oder gefälligst die Finger davon lässt!

Die Nähe zum oftmals symphonisch wirkenden Queen-Sound ergibt sich auch in „Love is not real/Next time you stab me in the back”, in dem sich die Gitarrengötter Steve Vai (49) und Brian May (62) von Queen duellieren, wobei May auch noch einmal in „Song of madness“ mit einer starken Leistung zu hören ist. Dass „Elvis in Vegas“ dagegen einzig und allein aus der Feder von Jon Bon Jovi und Desmond Child stammen kann, hört man jeder Note und jeder Zeile des Textes (den Meat Loaf im Vergleich zum Original allerdings leicht verändert hat) an. Keine Frage, dieses Stück würde auf jedes Bon-Jovi-Album der vergangenen 15 Jahre passen.

Mit „Hang Cool Teddy Bear“ legt Meat Loaf eines seiner stärksten Werke außerhalb der „Bat Out Of Hell”-Trilogie vor. Die Blutauffrischung durch junge Studiomusiker und Songschreiber tut hörbar gut und beweist, dass es auch ohne den Genius eines Jim Steinman funktionieren kann.

Anspieltipps:

  • Like a rose
  • Peace on earth
  • Running away from me
  • California isn’t big enough (hey there girls)
  • Love is not real/Next time you stab me in the back

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