Third Eye Blind - Ursa Major - Cover
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Third Eye Blind Ursa Major


  • Label: Mega Collider Records
  • Laufzeit: 69 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der fehlende Druck, unbedingt einen Hit schreiben zu müssen, entlädt sich in einer entspannten Arbeitsatmosphäre, in der den Jungs ein richtig starkes Mainstream-Rockalbum geglückt ist.

Ungefähr zur Mitte der 90er Jahre, als der Grunge-Boom schon wieder vorbei war und sich aus den harten Seattle-Klängen Ableger wie der sogenannte College Rock als poppiger Gegenpart zum Alternative Rock bildeten, war die große Zeit von Third Eye Blind aus San Francisco. Zusammen mit Bands wie Fountains Of Wayne, Marcy Playground, Gin Blossoms, Collective Soul, The Goo Goo Dolls und Matchbox 20 führten sie die amerikanischen Billboard Charts nach Belieben an und landeten einen Hit nach dem anderen. Allein das Debütalbum von Third Eye Blind verkaufte in den USA mehr als sechs Millionen Einheiten und brachte Evergreens wie „Semi-charmed life“ und „How’s it going to be“ vor.

Nach drei Studioalben und einer „Best Of“-Collection aus dem Jahr 2006 für Warner Bros., verabschiedeten sich Third Eye Blind in eine längere Pause, die erst mit dem 2009er Werk „Ursa Major“ beendet wurde. Ursprünglich für 2007 terminiert, verschob sich die Veröffentlichung auf dem bandeigenen Indie-Label Mega Collider Records bis in den späten Sommer des Jahres 2009. Doch trotz der langen Auszeit hatten die Fans die Band nicht vergessen und sorgten mit ihren Käufen für einen sensationellen dritten Platz in den Billboard Album-Charts.

Ein halbes Jahr nach der USA-Veröffentlichung hat sich nun auch ein Vertrieb für den Rest der Welt gefunden, sodass „Ursa Major“ auch in Deutschland offiziell erscheint. Zwar werden sich viele Fans das Album schon längst als Import-Version besorgt haben, doch sie kommen dadurch nicht in den Genuss einer sehr gelungenen Bonus-CD mit fünf zusätzlichen Stücken, die nur der internationalen Auflage beiliegt.

Third Eye Blind legen los wie in alten Zeiten, indem sie in ihren Songs eine gekonnte Mischung aus kontrollierter Härte („Can you take me“) und extrem eingängigen Melodien („Don’t believe a word“) auffahren, womit die Amerikaner wohl oder übel wie ein 90er-Jahre-Relikt klingen. Doch das muss ja nicht zwingend negativ behaftet sein. Denn Third Eye Blind haben es selbst in der Hand, den schwachen Vorgänger „Out Of The Vein“ (2003) vergessen zu machen und Teil des erwarteten Neunziger-Revivals zu sein. Mastermind Stephen Jenkins versucht sich zwar auch diesmal als Teilzeitrapper („Water landing“), doch das geht nicht wie auf dem 2003er Album total in die Hose.

Mit sonnigen Melodien wie in „Summer town“, „Bonfire“ oder „Red star“ zu hören, hymnischen Rockern („Sharp knife“), angenehm kitschfreien Balladen („One in ten“) und coolen Feedbackorgien („About to break“) können Third Eye Blind heuer mehr denn je überzeugen. Offenbar tut der Band ihr neuer Status als Indie-Kapelle sehr gut und der fehlende Druck, unbedingt einen Hit schreiben zu müssen, entlädt sich in einer entspannten Arbeitsatmosphäre, in der den Jungs ein richtig starkes Mainstream-Rockalbum geglückt ist.

Anspieltipps:

  • Red star
  • Sharp knife
  • Summer town
  • Water landing
  • About to break
  • Non diary creamer
  • Why can’t you be (feat. Kimya Dawson)
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