Bullet For My Valentine - Fever - Cover
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Bullet For My Valentine Fever


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Kein Wunder, dass diese Art von Musik von vermeintlich harten Kerlen als Mädchen-Metal verschmäht wird.

Zwei Jahre und drei Monate nach „Scream Aim Fire” (01/2008) legen Bullet For My Valentine aus Bridgend, Wales mit „Fever“ ihr inzwischen drittes Studioalbum vor. Der Vorgänger erreichte in den deutschen Charts einen sensationellen dritten Rang und toppte sogar die sehr guten Verkaufszahlen des Debütalbums. Auch in England und den USA holten sich Bullet For My Valentine Top-5-Ränge mit ihrem Zweitwerk, wodurch der Druck auf den Musikern nicht gerade gering sein dürfte, wenn die Sprache auf den heiß ersehnten Nachfolger kommt. Schließlich haben die Waliser ein Erfolgsrezept gefunden, das eine sehr eingängige und rockiger ausgelegte Spielform des Metalcore definiert, die in beinharten Metal-Fankreisen noch immer für eine gehörige Portion Argwohn sorgt.

Diese Marschroute geben Bullet For My Valentine auf „Fever“ zwar nicht auf (ganz im Gegenteil!), dennoch wollten sie ihrem Sound ein paar Nuancen hinzufügen und ein (Zitat) „Finsteres Hardrock-Album mit Metal-Blitzern“ abliefern. Dazu wurde nicht mehr Colin Richardson, der sich überwiegend durch seine Arbeit als Toningenieur für Metalbands wie Trivium, Machine Head, Kreator oder Slipknot auszeichnet, sondern Don Gilmore (Linkin Park, Good Charlotte, Avril Lavigne, Sugar Ray, Lacuna Coil) als Hit-Produzent verpflichtet.

Als Ergebnis steht das bisher melodiöseste Album der Waliser zu Buche, für das Sänger und Gitarrist Matthew Tuck und Produzent Don Gilmore im Alleingang an den Texten und Melodien arbeiteten und den Rest der Band quasi aussperrten. Diese Fokussierung unter der Anleitung eines Hit-Produzenten hat sich in sofern ausgezahlt, dass Bullet For My Valentine heuer eine noch ausgeprägteres Gespür für großartige Hooklines („A place where you belong“, „Bittersweet memories“) und Riffs („Fever“, „Pleasure and pain“) an den Tage legen, ohne an Härte zu verlieren.

Mit Bullet For My Valentine ist seit nunmehr sechs Jahren eine Band am Werk, die nicht für brüllaffigen Metalcore steht, sondern sich aus den Bereichen Heavy Metal und Hardrock einzelne Bestandteile herauspuzzelt und mit einer ungemein poppigen Attitüde kombiniert. Kein Wunder, dass diese Art von Musik von vermeintlich harten Kerlen als Mädchen-Metal verschmäht wird. Doch der Erfolg gibt den Walisern recht, die mit diesem Album ganz klar die geschmeidigste Versuchung seit es Metal und harten Rock gibt abliefern.

Anspieltipps:

  • Fever
  • The last fight
  • Pleasure and pain
  • Begging for mercy
  • Bittersweet memories

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