Die Fantastischen Vier - Für Dich Immer Noch Fanta Sie - Cover
Große Ansicht

Die Fantastischen Vier Für Dich Immer Noch Fanta Sie


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 64 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Für dich noch immer Fanta Sie“ steht für Anspruch, Qualität und Spaß, was in der deutschen Popmusiklandschaft nicht selbstverständlich ist.

Im vergangenen Jahr feierten Die Fantastischen Vier ihr 20jähriges Jubiläum und luden dazu u.a. auf den Cannstatter Wasen in ihrer Heimatstadt Stuttgart ein, wo sie vor 60.000 Fans auftraten und sich dabei von einem kompletten Symphonieorchester begleiten ließen. Parallel erschien mit „A Tribute To Die Fantastischen Vier“ ein Sampler, der auf dem Mist ihres Managers Andreas „Bär“ Läsker gewachsen war und streckenweise so merkwürdig und schlecht ausfiel, dass es schon wieder große Kunst und einen diebischen Hörspaß darstellte.

Der wuchtige Orchester-Sound ihren Jubiläumsauftritts auf dem Wasen eröffnet auch das achte Studioalbum der Schwaben („Wie Gladiatoren“), verflüchtigt sich danach allerdings recht schnell (in „Dann mach doch mal“ sind noch mal Streicher zu hören) und macht den Weg frei für einen sechzigminütigen Ritt durch die weite Welt der Popmusik, in der es für Die Fantastischen Vier scheinbar keine Grenzen gibt. Sie toben sich wie gewohnt und bewährt mit einem zusammenhängenden Songzyklus aus, ohne eine potenzielle Hitsingle zu erzwingen. Alles geht, aber nichts muss. Denn mit lediglich drei Top-3-Singles in Deutschland nach 20 Karrierejahren haben sich Die Fantastischen Vier längst den Stempel einer „Album-Band“ verdient.

Lässt sich die erste Singleauskopplung „Gebt uns ruhig die Schuld (den Rest könnt ihr behalten)“ noch getrost in die Pop-Schublade stecken, orientiert sich „Dann mach doch mal“ klangtechnisch am Old-School-Sound der Beastie Boys zu „Check Your Head“- bzw. „Paul’s Boutique”-Zeiten, während „Das letzte Mal“ den Neptunes-Beat aus Britney Spears’ „I'm a slave 4 U“ adaptiert. Der Titeltrack ließe sich dagegen auch im Prince-Kosmos verorten, während die „Junge trifft Mädchen“-, „Garnichsotoll“- und „Schnauze“-Beats nochmals die Old School streifen. Bei den Fantas ist eben alles an seinem richtigen Platz, denn auch inhaltlich zieht das Quartett wieder alle Register.

So changiert „Smudo in Zukunft“ zwischen puren Wahnsinn und Albernheit, „Danke“ hat einen schönen Storyteller-Text, „Kaputt“ walzt mit ungewöhnlich derber Lyrik aus den Boxen („Wenn du mich hasst, dann fick dich! Und wenn du mich liebst, dann fick mich!“), „Die Lösung“ übt sich ohne erhobenen Zeigefinger in Sozialkritik und kurz vor Schluss gibt es mit „Mantra“ auch noch die obligatorische Thomas-D.-Esoterik-Hymne.

Treffer, versenkt! „Für dich noch immer Fanta Sie“ steht für Anspruch, Qualität und Spaß, was in der deutschen Popmusiklandschaft nicht selbstverständlich ist. Es scheint, als würden Die Fantastischen Vier einfach nicht altern, obwohl sie erwachsener denn je klingen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Stuttgarter die Showbühne altersbedingt irgendwann einmal verlassen, wächst zwar von Album zu Album, aber die Gefahr, dass sie sich bis dahin blamieren würden, besteht bei ihnen nicht.

Anspieltipps:

  • Danke
  • Kaputt
  • Schnauze
  • Garnichsotoll
  • Das letzte Mal
  • Dann mach doch mal

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
7/10

Gebäck In The Days: Live In Hamburg
  • 2017    
Diskutiere über „Die Fantastischen Vier“
comments powered by Disqus