Katie Melua - The House - Cover
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Katie Melua The House


  • Label: Dramatico/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Katie-Melua-Album bleibt auch nach „The House“ gleichbedeutend für den Einsatz von Akustikgitarre, Piano, Drums und Bass.

Katie Melua (25) zählt zu den erfolgreichsten britischen Künstlern der vergangenen sieben Jahre. Ihr Debüt „Call Off The Search“ aus dem Jahr 2003 erreichte den ersten Platz der britischen Charts und etablierte die junge Sängerin aus dem Stand in der europäischen Pop-Beletage. Mit den zwei nachfolgenden Studioalben, einer Live- und einer Best-Of-CD zementierte die 25-Jährige ihre kommerzielle Stellung, die erwarten lässt, dass sich allein aus diesem Grund keine größere Veränderung im Klangkosmos der gebürtigen Georgierin ergeben wird. Doch scheinbar hatte Katie Melua Lust auf Veränderung und traf bemerkenswerte Entscheidungen für ihr neues Album „The House“.

Als Produzent wurde Stil-Ikone William Orbit (u.a. Madonna, Blur, Sugababes, P!nk) verpflichtet und fünf Songs entstanden in Zusammenarbeit mit Robbie Williams’ Ex-Haus- und Hof-Produzenten Guy Chambers (u.a. Kylie Minogue, Tokio Hotel, James Blunt, Melanie C.). Doch wer nun bahnbrechende Veränderungen erwartet, wird leider enttäuscht. Schon der Opener „I’d love to kill you“ ist bis auf den bissigen Text eine Melua-typische Ballade, die mit reduzierter Instrumentierung auskommen muss und so auf jedem anderen Album der Sängerin stehen könnte.

Fast scheint es so, als wollten Melua und Executive Producer Mike Batt verhindern, den geneigten Hörer gleich mit dem Albumeinstieg zu erschrecken. Denn mit den folgenden Titeln „The flood“ und „A happy place“ nimmt Katie Melua erstmals die Witterung nach klanglichen Veränderungen auf und macht dabei keine schlechte Figur. William Orbit liefert dazu die mit Keyboards und Synthesizern unterfütterte Grundlage, ohne dass die gewohnt natürliche Instrumentierung total über den Haufen geworfen wird.

Ein Katie-Melua-Album bleibt auch nach „The House“ gleichbedeutend für den Einsatz von Akustikgitarre, Piano, Drums und Bass. Dennoch gewinnen Titel wie „Tiny alien“ und „Twisted“ neben dem Zusammenspiel mit einem Orchester vor allem durch die bedächtigen Zugaben aus dem Elektronikbaukasten an Spannung und Qualität hinzu, während Songs wie „Red balloons“, „No fear of heights“ und „The house“ nach wie vor die „alte“ lieb gewonnene Katie Melua zeigen. Als gelungen ragen zudem noch die Coverversion von Bill Monroes Country-Ballade „The one I love is gone“ sowie der mit Mentor Mike Batt verfasste Track „God on drums, devil on the bass“ heraus.

Mit „The House“ beweist Katie Melua durchaus Mut, lehnt sich aber nicht so radikal aus dem Fenster, wie man es vielleicht erwartet hat. Die elektronischen Zugaben fallen subtil, dafür umso wirkungsvoller aus. Mit dieser eher gediegenen Neuausrichtung wird Katie Melua gewiss keinen ihrer Fans verschrecken. Sie bringt aber etwas mehr Pepp in ihr Oeuvre, das zuletzt eine Auffrischung vertragen konnte. Gefahr erkannt, Ziel erfüllt.

Anspieltipps:

  • Twisted
  • Tiny alien
  • Plague of love
  • The one I love is gone
  • God on drums, devil on the bass

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