Mark Medlock - Rainbow´s End - Cover
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Mark Medlock Rainbow´s End


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ist es nur Einbildung oder gar Realität, dass es um Mark Medlock, dem Gewinner der vierten DSDS-Staffel (2007) in der letzten Zeit merklich ruhiger geworden ist? Drei Jahre ist der Frankfurter nun schon im Musikzirkus. Er verkaufte mehr als zwei Millionen Tonträger, hatte drei Nummer-Eins-Hits und schickt mit „Rainbow’s End“ dieser Tage bereits seinen fünften Longplayer ins Rennen.

An der musikalischen Ausrichtung hat sich auch auf „Rainbow’s End“, wie fraglos zu erwarten war, nichts geändert. Fließbandarbeiter Dieter Bohlen (56) bastelte in Personalunion als Songschreiber und Produzent in seinem Studio elf partytaugliche Songs für Mark Medlock zusammen, die mit watteweichen Melodien, die man grundsätzlich irgendwo schon mal gehört zu haben scheint und Texten aus dem Baukasten maximal für ein laues Gähnen sorgen. Aber machen wir uns nichts vor: Dabei wird wiederum mindestens eine Hitsingle abfallen, mit der das Soll erfüllt wird.

Heuer ist dies der Album-Opener „Real love“, der es bis auf Rang zwei in den deutschen Charts schaffte und mit einem herrlich plakativem Selbstzitat des berühmten Modern-Talking-Gassenhauers „You're my heart, you're my soul“ erstaunt. Da singt Herr Medlock (31) eingebettet von Meeresrauschen die Zeile „Deep in my heart, there’s a fire burning deep inside” und schrammt damit nur knapp an einer 1:1-Textkopie des 80er Jahre Kulthits vorbei. Aber so kennt man unseren Dieter. Der 56-Jährige macht beim Komponieren vor nichts und niemand Halt.

Bohlen würfelt seine bescheidenen eigenen sowie aufgeschnappte Fremdideen (vielleicht unbewusst?) durcheinander und entwickelt daraus einen nichts und niemanden wehtuenden Mix aus belanglosen Liedchen, die mal in Richtung Dancefloor schielen („This is love“) oder das Balladenfach extra-seicht abdecken („Trouble“) und mit zum Schmunzeln anregenden Stilblüten nur so um sich werfen („Jerome, Jerome, pick up the phone, I need you here with me tonight. Jerome, Jerome, I’m so alone. I miss your smile just by my side“). Auf das Abdrucken der Texte im Booklet hat man jedenfalls verzichtet – und das ist auch gut so!

Mark Medlock kann man keinen Vorwurf machen. Als Marionette von Dieter Bohlen singt er, was man ihm vorsetzt. So erlebt z.B. in „Stay with you“ der gute alte „Sunshine Reggae“ eine Wiedergeburt, in „Hungry for your love“ darf der Frankfurter mit dem fetten Hamster aus der Klingeltonwerbung (!!) um die Wette singen und ein Titel wie „Maria Maria“ wäre selbst den Flippers zu lahmarschig, ganz abgesehen von dem Text, der einfach nur zum Weglaufen ist. Oha! Da können beim Hörer in der Tat Mitleidsgefühle aufkommen. Aber auch nur kurz. Schließlich wird Mark Medlock für diesen Quark sehr gut bezahlt. Nennen wir es einfach Schmerzensgeld und schließen die Akte bis zum nächsten Album.

Anspieltipps:

  • Maria Maria
  • Stay with you
  • Back in my arms

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