Bobby McFerrin - Vocabularies - Cover
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Bobby McFerrin Vocabularies


  • Label: Emarcy/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 63 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer kennt ihn nicht, den New Yorker Vocal-Jazz-Künstler Bobby „The Voice“ McFerrin (60)? Seit fast 30 Jahren veröffentlicht der Stimmakrobat nicht nur von der Fachpresse honorierte Alben und zumindest einmal landete er auch einen weltweiten Publikumshit: Die Single „Don’t worry, be happy“ aus dem Jahr 1988 wurde zu einem Evergreen der Popgeschichte und das dazugehörige Studioalbum „Simple Pleasures“ verkaufte sich im Sog des weltweiten Charthits mehr als zehn Millionen Mal.

Dass sich Bobby McFerrin im Anschluss dieses Erfolges nicht von der Plattenindustrie verbiegen ließ, zeichnet den Sänger und Komponisten über seine künstlerischen Fähigkeiten hinweg aus. Er blieb seinen Jazz-Wurzeln immer treu, ohne in festgefahrenen Standards zu verharren. So auch auf seinem neuesten Werk „Vocabularies“, an dem der New Yorker sieben Jahre arbeitete. Darauf kombiniert er in enger Zusammenarbeit mit dem Produzenten, Arrangeur und Komponisten Roger Treece (Manhattan Transfer, The Coats, Mark Murphy) ein musikalisches Spektrum aus 15 Sprachen und rhythmischen Hauptstützpfeilern aus afrikanischer, lateinamerikanischer und indischer Musik.

Dass so ein ambitioniertes Unterfangen zwischen Art-Pop, Jazz und World Music nicht als Zwei-Mann-Projekt funktioniert – auch wenn man sieben Jahre daran arbeitet –, dürfte klar sein. Deshalb tummeln sich in den sieben Songs auf „Vocabularies“, die sich über eine Spielzeit von mehr als 60 Minuten hinziehen, die größten und besten Stimmen der Welt, u.a. von den „New York Voices“ und Mitgliedern des „Voicestra“. Dadurch versteht es sich quasi von selbst, dass das vorliegende Werk nicht in 08/15-Kategorien einsortiert werden kann. Hier heißt es Kopfhörer auf und die Sinne auf Entdeckerreise geschickt und sich daran erinnert, wie man Musik wahrgenommen hat, als man sich das erste Mal damit beschäftigte. Das entspräche dann auch dem Leitgedanken von Bobby McFerrin, der schon früh erkannte, dass „Musik heute so allgegenwärtig und verfügbar ist, dass wir sie gar nicht mehr wahrnehmen. Doch es hilft, wenn wir wieder lernen, die Augen zu schließen, ruhig zu werden und uns bewusst zu sein, dass uns das, was wir gerade hören, so noch nie begegnet ist.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Anspieltipps:

  • Wailers
  • Say ladeo
  • He ran to the train

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