Dr. Dog - Shame, Shame - Cover
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Dr. Dog Shame, Shame


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Am Beispiel Dr. Dog sieht man mal wieder, wie sehr die Zeit rennt. Die Indie-Band hat inzwischen ihr zehnjähriges Jubiläum hinter sich und kann auf einen guten Namen in Fan-, Presse- und Kollegenkreisen verweisen. Mit „Shame, Shame“ hat der Fünfer aus Philadelphia soeben seinen fünften Studio-Longplayer fertiggestellt, der für Frank McElroy, Eric Slick, Scott McMicken, Toby Leaman und Zach Miller das Labeldebüt auf Anti Records darstellt. Ihren Indie-Status halten Dr. Dog also weiterhin aufrecht, obwohl ihr 60er Jahre inspirierter Psychedelic-Pop durchaus das Zeug zur Massentauglichkeit hätte.

„Shame, Shame“ ist das erste Dr.-Dog-Album, das nicht im Heimstudio der Band entstand und mit Rob Schnapf (Foo Fighters, Elliott Smith, Beck, The Vines, Starsailor) einen versierten Produzenten und Tontechniker als Unterstützer aufweisen kann. Kein Wunder, dass es der Band vorkam, als hätte sie noch nie zuvor ein Album eingespielt. Doch keine Angst! Wer glaubt, der Sound von Dr. Dog wäre komplett umgekrempelt worden, irrt sich.

Die Amerikaner schwelgen auch auf „Shame, Shame“ in ihren dezent psychedelisch angehauchten Sixties-Klängen zwischen den Beach Boys und The Band. Das bedeutet, es gibt nachwievor schichtweise Harmoniegesänge und feine Melodien zu bestaunen. Diese werden in bisweilen etwas verschrobene Arrangements verpackt, über denen eine unterschwellige Düsterkeit schwebt, die heuer sämtliche Songs umgibt, selbst wenn es in diesen mal etwas fröhlicher zugeht wie im beschwingten BritPopper „Later“. Dann müssen es eben die Texte richten, die sich wehmütig und versonnen präsentieren.

Auf „Shame, Shame“ klingen Dr. Dog vertraut und doch anders. Doch nicht nur daraus bezieht dieses Album seine Spannung. Dr. Dog spielen keinen Indie-Pop von der Stange. Die Band lässt Einflüsse aus Country, Folk und psychedelischen Sixties-Pop zu, was in der vorliegenden Mischung spannend und ungewöhnlich klingt.

Anspieltipps:

  • Later
  • Station
  • Shadow people
  • Shame, shame

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