Red Sparowes - The Fear Is Excruciating, But Therein Lies The Answer - Cover
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Red Sparowes The Fear Is Excruciating, But Therein Lies The Answer


  • Label: Conspiracy/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Falls ihr euch fragen solltet wer diese Vögel sind, dann kennt ihr euch im Stamm des Post-Rock nicht ganz so gut aus, um es vorsichtig zu formulieren. Denn diese Vögel gehören zur Familie der Sperlinge, rot sind sie auch noch und obendrein eine Art, die das Singen verlernt hat. Nichts desto trotz sind sie einer der bekanntesten Vertreter des Post-Rock. Pünktlich zum Frühlingsanfang kehren Red Sparowes aus dem Süden (na ja, Südwesten) zurück in unsere Breitengrade mit ihrem dritten Album im Gepäck. Vier Jahre Zeit haben sie sich dafür gelassen. So lang war der Winter bei uns nun auch nicht. In der langen Abwesenheit haben sich einige personelle Änderungen ergeben. Die neueste im Team ist Emma Ruth Rundle, die Josh Graham an der Gitarre ersetzt hat.

„The Fear Is Excruciating, But Therein Lies The Answer” zeigt das Quintet in einem anderen Formationsflug als seine beiden Vorgänger, nämlich deutlich Songbasierter. In die Entwicklung eines Motivs hin zum Kulminationspunkt, wie es Mono gerne zelebrieren, verfallen Red Sparowes nur selten, wie in „In Illusions Of Order“, das vom Aufbau der Spannung lebt. Das Fehlen dieser typisch langsamen Progressionen von leise zu laut macht die Musik gerade interessant. Bestes Beispiel ist das vielseitige „A Mutiny“. Einige Songs sind für Red Sparowes Verhältnisse deutlich kürzer aber vor allem sind ihre Titel kürzer und darüber kann jeder Kritiker froh sein, musste er sich zuvor gut überlegen, ob er einen Titel erwähnen möchte, denn dafür musste alleine ein Absatz reserviert werden.

Die neue Musik ist deutlich leiser, mit nur wenigen kraftvollen Ausbrüchen, wie sie einmal typisch waren, aber auf ihre eigene Weise tief und fesselnd. Unglaublich faszinierend, dass sie es schaffen ihren dichten Klang, die geradezu verängstigende Atmosphäre und Intensität beizubehalten, obwohl sie deutlich sphärischer agieren. Dabei gab es noch nie so viel Wohlklang auf einem Album der US-Amerikaner. Egal wo man seine Lauscher hin hält, finden sich eine Menge einprägsamer Passagen, besonders auffällig in „Giving Birth To Imagined Saviors“. Mit zwei Tracks kann ich mich nicht anfreunden. „Truths Arise“, das nur ein kleiner Appetithappen ist, quasi ein kleiner Vorgeschmack auf das folgende Musikgut, sowie „In Every Mind“, welches nicht die nötige Zeit zum Entfalten bekommt und somit unvollendet wirkt. Gut, aber nicht gut genug.

Das markanteste Wahrzeichen der Band aus Los Angeles, die Pedal-Steel-Gitarre gespielt von Greg Burns, ist natürlich auch wieder mit dabei, nur wird leider ganz schön gegeizt mit deren Einsatz. Wenn sie aber denn mal zu hören ist, dann tränkt sie ein Lied mit träumerischen Passagen, wie zum Beginn und Ende von „A Swarm“, indem die Pedal-Steel das Dahin schweben des Schwarms verbildlicht, während im Mittelteil des Songs der Schwarm hastig zuckt und die Fressfeinde es in kleinere Schwärme aufzubrechen versuchen. Der Abschluss ist mit „As Each End Looms And Subsides“, wie könnte es anders sein, sehr episch ausgefallen. Er beinhaltet sehr gut maskierten Hintergrundgesang, na sagen wir eher Laute, die die Melodielinie unterstreichen. Die letzten Sekunden klingen wie ein herannahender Weltuntergang, als ob alles um einen herum einzustürzen beginnt und irgendwann macht es peng. Ruhe. Schwärze. Alles ist aus und vorbei.

Anspieltipps:

  • A Swarm
  • Giving Birth To Imagined Saviors
  • As Each End Looms And Subsides

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