The Miserable Rich - Of Flight & Fury - Cover
Große Ansicht

The Miserable Rich Of Flight & Fury


  • Label: Hazelwood/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Geschichte von The Miserable Rich hat im Jahr 2006 ihren Ursprung, als James de Malplaquet im englischen Küstenort Brighton auf Will Calderbank trifft. Die Beiden formierten die Band Grape Authority, die an Indie-Electro-Tracks herumfrickelte. Die Einladung zu einer Party zweier reicher Römer war Inspiration für den jetzigen Bandnamen und eine völlig neue musikalische Ausrichtung, die sich an Colin Blunstones (The Zombies) „Say You Don’t Mind“ und am rumänischen Avantgarde-Streicherquartett Balanescu orientierte.

Jene Inspirationsquellen mündeten anno 2008 in ihrem Debütalbum „12 Ways To Count“, das weder mit Chamber Pop noch Weird Folk ausreichend umschrieben werden konnte. Zwischen alle Stühle hatten sich The Miserable Rich gesetzt und damit – zumindest in sachverständigen Kreisen – ein Aussenseiterwerk allererster Güte erschaffen. Dem folgte die EP „Covers“ mit vier Interpretationen von Songs der Stranglers, Eurythmics, Iggy Pop und den Pixies. Auf Tour gingen sie u.a. mit Isobel Campbell & Mark Lanegan und spielten auf dem Orange Blossom Special (das Festival des Glitterhouse Labels), wo sie im Handumdrehen hunderte Tonträger an Frau und Mann brachten.

Mit „Of Flight & Fury“ liegt nun das sogenannte schwierige zweite Album vor. Es ist die Fortsetzung von „12 Ways To Count“, die kreative Verfeinerung ihres Talents, das hier zum nahezu formvollendeten Werk mutiert. Nur wenige perkussive Elemente kommen zum Tragen, hier werden Cello, Geige, Gitarre und Kontrabass gezupft und gestrichen bis die Stimme de Malplaquets ihre ganze Farben- und Schattierungspracht erfährt. Eine musikalische Feier, die Schwere und Leichtigkeit Nick Drakescher Streicherarrangements und eine idyllische Brise des Seebads Brighton atmet. Mittendrin der an Tim Buckley mahnende Gesang, der „Of Flight & Fury“ in die luftigen Höhen einer selten gehörten Eleganz gleiten lässt.

Das Album lebt von den durchdachten, verschlungenen Kompositionen, die immer organische Form annehmen, einen Zauber entfachen, der in transparenten Traumbildern Erfüllung findet. Poetisch, klar und elegant wie der Name des Mannes, der hier komponiert und gesungen hat: James de Malplaquet. Im Jenseits sieht man Nick Drake, Tim Buckley und Nico wissend lächeln. Im Diesseits lauschen wir mit Hingabe diesem kleinen Singer/Songwriter-Wunder! Ein Anwärter für die Jahres Top Ten!

Anspieltipps:

  • Chesnut Sunday
  • Sommerhill
  • The Mouth Of The Wolf
  • For A Day
  • Let Me Fade
Neue Kritiken im Genre „Art-Pop“
Diskutiere über „The Miserable Rich“
comments powered by Disqus