Taylor Hawkins & The Coattail Riders - Red Light Fever - Cover
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Taylor Hawkins & The Coattail Riders Red Light Fever


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Gitarren, die wie Dampflokomotiven auf festen Schienen durch die weite Landschaft rauschen, kratziger, aber nicht dreckiger Gesang, der dieses Americana-Feeling ausströmt und Back Vocals, die nicht vor allzu hohen, beinahe Queen’schen Tönen zurückschrecken: Taylor Hawkings und seine Coattail Riders haben eine genaue Vorstellung davon, was für Musik sie der breiten Masse bieten möchten. Der Foo-Fighters-Schlagzeuger will, wie die Eagles Of Deathmetal und Wolfmother den Geist vergangener Tage des Rocks wieder auferstehen zu lassen. Ob das wirklich klappt, ist auf die erste Überlegung nicht ganz klar, denn die Foo Fighter haben schon rockigere und ganz besonders härtere Tage gesehen. Da ist mit langer Mähne, viel Schweiß und Vollbart nicht gleich alles getan. Mit dem Debüt zeigte Oliver – so sein bürgerlicher Name – dass er zwar in der Lage ist, diesen Classic-Rock zu spielen, aber nicht, ihn zu zelebrieren.

Das Debüt stieß nur auf mäßige Kritik und auch der Erfolg hielt sich in Grenzen. Alt-Rocker wird dieser Planet jedoch noch lange genug haben und so ist zumindest ein harter Kern da, der sich auf den zweiten Output des Schlagzeugers und Sängers freut. Die oben genannten Songmixturen preschen von der ersten Minute an vor und sorgen für die raue, nötige Note. Zu Beginn stört es nicht, dass die Tracks simpel gestrickt und gerade heraus sind, besonders weil hier und da ein Soli oder der herrlich verdrehte Auftakt von „Not Bad Luck“ für Schmunzler unter Liebhabern sorgen werden, aber wenn die gesamten ersten drei Tracks sich nicht voneinander abheben können, dann wird man doch langsam kritisch. Es fehlt gleichzeitig der Zusammenhalt, wie auch die Differenz zwischen den Kompositionen. So wird aus gutem Material schnell Mittelmaß und die Rockhymne „It’s Over“ kommt gerade rechtzeitig, um den Karren vor dem Dreck zu bewahren. Da heulen die Gitarren auf und bringen ein wenig Psychedelic mit ins Spiel.

So geht es mit „Hell To Pay“ auch weiter und der Effekt verpufft nicht gleich wieder. Zwar sind die Wurzeln des Hard Rock nicht zu verleugnen und so wird gegen Ende des Liedes alles andere einfach weggetreten, aber bis zur Dreiminutenmarke geht es verspielt und man möchte beinah sagen virtuos zur Sache, was den etwas anderen Hard Rock angeht. Zurück zum Highway-Rock geht es dann und auch die Ballade darf nicht fehlen („Never Enough“), welche letztlich auf verlorenem Posten vor sich hinplätschert. Da dann doch lieber den kraftvollen Rock mit und ohne alle Finessen des altbewährten Rocks Made in USA. Kracht der Schlusstrack „I Don’t Think I Can Trust You Anymore“ zum Beispiel richtig gut, kann sich „Don’t Have To Speak“ trotz toller Gitarren nicht entscheiden, ob es rocken oder bewegen will. Beides schafft es nicht ganz, dafür sind die Schultern (des Liedes) nicht breit genug. Ein Aussetzer ist der Track aber auch nicht und so kann man festhalten, dass neben ein paar recht guten Stücken keine Mängelware die knapp 50 Minuten stört und man die Platte getrost durchlaufen lassen kann.

Anspieltipps:

  • Not Bad Luck
  • It’s Over
  • Hell To Pay

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