Andy McKee - Joyland - Cover
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Andy McKee Joyland


  • Label: Proper Records
  • Laufzeit: 113 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Der US-Amerikaner Andy McKee aus Topeka (Kansas) wurde durch seine Videos auf Youtube bekannt, die seine Plattenfirma seit 2006 immer wieder veröffentlicht. Diese Videos gehörten 2009 zu den meistgesehenen des bekanten Internetportals. Daher verwundert es auch nicht, dass die immerhin schon dritte CD-Veröffentlichung des Akustik-Gitarristen von vielen gespannt erwartet wurde.

„Joyland“ entpuppt sich als eine Art Werkschau des Musikers. So ist neben der 40-minütigen CD mit neuen Songs auch noch eine 73-minütige DVD beigegeben, die man sich am besten zuerst anschaut. Neben Performances und einer ausführlichen Dokumentation, die den Menschen Andy McKee näher bringt, ist ein ausführlicher Teil den so genannten „Lessons“ gewidmet. Die sind dann noch mal unterteilt in kurze Erklärungen wie die Gitarre gestimmt werden soll, bzw. wie die Grifftechnik des Amerikaners funktioniert. Da er zu den weltbesten Fingerstyle-Gitarristen gehört, ist dieser Teil besonders für selbst aktive Gitarrenspieler interessant und für Neulinge teilweise atemberaubend.

Die CD beginnt mit dem titelgebenden Track „Joyland“. In den ersten 20 Sekunden klingt es nach einem Walzer, der wenig spektakulär scheint, dann baut sich der Song aber langsam auf und bei genauem Hinhören, kann man auch die Spieltechnik wahrnehmen, die schon auf der DVD beeindruckt. Nachdem Andy McKee auch noch das selbst gespielte Cello und Glockenspiel hinzufügt, entwickelt das Lied eine Leichtigkeit, die nur durch rhythmische Feinheiten durchbrochen wird.

„Blue Liquid“ lädt dann eher zum Träumen ein. Neben den kompositorischen Feinheiten ist bei diesem Lied vor allem McKees´ Slappingtechnik herauszuheben, die beeindruckt. „Away“ nimmt den Schwung des Openers auf. Das besondere hier ist das Instrument, dass der Amerikaner hier spielt. Dabei handelt es sich um eine Gitarrenharfe. Das heißt, bei dieser Gitarre sind Saiten ohne Griffbrett im Stil einer Harfe angebracht und klingen daher nach einem Bass oder Bordun. Wie schon bei den vorherigen Tracks gilt hier, dass die musikalische Qualität sehr hoch ist.

Der einzige Song, der dem breiten Publikum schon bekannt sein wird, dürfte „Everybody wants to rule the world“ sein, der 1985 für „Tears for Fears“ ein Welthit war. Wie Andy McKee dieses Lied aus dem 80 er Jahre Pop in die Gegenwart transportiert hat, ist schlichtweg als brillant zu bezeichnen. Während „Never grow old“ und „Upward mobility“ selbst bei mehrmaligem Hören vor sich dahinplätschern ist das folgende „Hunters moon“ wieder ein Highlight, bei dem die Fingerfertigkeit Mc Kees´in Perfektion dargeboten wird. Während er durch Slapping die Rhythmussektion persönlich übernimmt, spielt er das Griffbrett immer von oben. Auch kompositorisch überzeugt der Track durch seine musikalische Dramaturgie. Würde dieser Song von einer Rockband gespielt, man hätte einen Klassiker der Musikgeschichte vor sich.

„My life as a CPA“ ist dann wieder eines der schwächeren Lieder. Auch wenn bei genauem Hinhören sich hier und da rhythmische Wechsel, die durchaus überraschen, verstecken, es packt den Zuhörer nicht.. Dem hingegen ist „Layover“ ein Song der zwar teilweise an „Joyland“ erinnert, jedoch seine Wurzeln nicht im Walzer sondern deutlich im Blues hat.

Mit „For now“ endet schließlich die CD, die neben drei etwas schwächeren Liedern, viele sehr gute bis großartige Titel, wie auch den verträumten Schlusstrack, beinhaltet. Die Produktion sowie das Mastering, das Andy McKee selbst übernahm, ist zudem auch hervorragend. Nimmt man nun noch die DVD hinzu, die man vor der CD gesehen haben sollte, ergibt das ganze ein rundum gelungenes Gesamtpaket.

Anspieltipps:

  • Joyland
  • Away
  • Everybody wants to rule the world
  • Hunters moon
  • For now

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