Scumbucket - Sarsaparilla - Cover
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Scumbucket Sarsaparilla


  • Label: Nois-O-Lution/INDIGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei Blackmail ist erstmal Sendepause. Nach dem Abgang von Aydo Abay stehen sie schließlich ohne Sänger da, was lege also näher, als Nebenprojekte, die seit Jahren auf Eis liegen, aufzutauen und der Hörerschaft neues Material auf die Ohren zu geben? Das dachte sich sowohl Abay, der mit seiner Band Ken kürzlich das Album „Yes We“ veröffentlichte, als auch Kurt Ebelhäuser, dessen Gruppe Scumbucket mit „Heliphobia“ (2009) zunächst ihr Debüt komplett neu einspielten (!) und nun ihr mittlerweile sechstes Album „Sarsaparilla“ herausbringen.

Auf besagtem neuen Langspieler befinden sich elf Stücke, die sich mit viel Power zwischen Alternative, Indie, Stoner und Grunge bewegen. „Fear Falls On Deaf Ears“ eröffnet mit einem verblüffend nach vorne preschenden Schlagzeug und kraftvollen Gitarrenwänden. Ein starkes Stück, das nicht nur überrascht, sondern von den folgenden Liedern auch erstmal nicht überboten wird. Ebelhäusers Gesang könnte man dabei sowohl als Stärke, als auch Schwäche der Band auslegen: Er liefert zwar Wiedererkennungswert mit seiner geräucherten Art, ist aber auch nicht sonderlich flexibel. Auf Albumlänge schafft das zwar gesanglich wie auch musikalisch Konstanz, aber eben auch wenig Abwechslung. So wird das hymnisch-mehrstimmige „Call Me Anyone” mit seinen Bläsern zum Ausreißer und Höhepunkt des Albums. Ähnlich wie der Opener rumpelt das starke „The Really Nasty People Game” oder der mit viel Tempovariation auffallende Abschluss „Pray For The Devil Ray” aus den Boxen.

Dazwischen platziert das Trio gepflegt solide Rocksongs, die auch schon mal mit Pop liebäugeln („Billy Rubin”), akustischen Klängen („Spitting Speed”) turteln oder durch subtile Orgelarrangements („Staring At Open Skies”) aufhorchen lassen. Die Rhythmusgruppe, bestehend aus Schlagzeuger Michael Fritsche und dem wieder eingestiegenem Bassisten Dylan Kennedy versohlt dabei ihre Instrumente immer so, dass die Songs auch mit der nötigen Wucht rüberkommen. Insgesamt ist „Sarsaparilla” sicherlich ein lohnenswertes Hörerlebnis, auch wenn ein oder zwei starke Stücke fehlen, um es zu einem wirklich guten Album zu machen.

Anspieltipps:

  • Fear Falls On Deaf Ears
  • The Really Nasty People Game
  • Call Me Anyone
  • Pray For The Devil Ray

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