Midas Fall - Eleven. Return And Revert - Cover
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Midas Fall Eleven. Return And Revert


  • Label: Monotreme Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Unser Trommelfell bearbeiten die Edinburgher mit einer Schallwellenansammlung von Indie-Rock und Post-Rock.

Beginnen wir mit einer wichtigen Frage: Wieso sind nur so wenige Frauen in Rockbands tätig? Steckt die Emanzipation in diesem Bereich etwa noch in den Kinderschuhen? Bemerken wir sie gar nicht, obwohl sie allgegenwärtig verbreitet sind? Vielleicht werden aber gerade diese Bands nicht so berühmt und fristen ein Nischendasein. An alle weiblichen Wesen da draußen, ran an die Instrumente, so wie die neue Gitarristin von Red Sparowes, Emma Ruth Rundle, oder bei Midas Fall, die gleich zwei Mädels zu bieten haben, Elizabeth Heaton, Sängerin und Gitarristin, und Rowan Burn, ebenfalls Gitarre.

Zugegeben, im Post-Rock Sektor ist Gesang eher die Ausnahme und eine weibliche Stimme alles andere als leicht zu finden. Eine anfängliche Freude ist daher gegeben, nur leider schwindet sie mit dem Fortschreiten von „Eleven. Return And Revert“, dem Debütalbum dieser fünfköpfigen Band aus Schottland. Heatons Stimme ist zu einseitig, klingt immer nur traurig monoton, manchmal richtig gequält. Sicherlich nicht die beste Lösung für den ein oder anderen Song. Weniger wäre hier mehr gewesen. Für die instrumentale Ebene gilt das Fehlen von wirklich überzeugenden Ideen und von Widererkennungsmerkmalen, die die einzelnen Songs mehr voneinander differenzieren sollten. Hier könnte also wiederum mehr kommen. Die Ansätze sind gelungen nur oft nicht konsequent genug umgesetzt. Der Klang verliert sich öfters mal in den lauteren Offenbarungen der Band und wirkt dadurch undurchsichtig („Century“). Das liegt wahrscheinlich auch an den drei Gitarren, die sich weder so schön ergänzen, noch miteinander kämpfen, wie bei den Vorbildern von Oceansize.

Unser Trommelfell bearbeiten die Edinburgher mit einer Schallwellenansammlung von Indie-Rock und Post-Rock, die über schrammelige Gitarren und mit Spannung geladene Momente verfügt, manchmal auch leicht einprägsame Passagen. Bester Repräsentant, der all jenes vereint ist „Nautical Song“. Für den nötigen Rhythmus sorgt ein tribal-artiges, hypnotisches drumming, welches von Bands wie Isis und Tool inspiriert wurde. Im Vordergrund kämpfen Akustik- und E-Gitarre um die Gunst des Hörers. In Zukunft bitte mehr davon. In „Stalking Moon“ wiederum passt die klagende Gitarre wohl am besten zum traurigen Gesang von Heaton. Mit seiner Klaviermelodie ruft „17“ eine andere Band in Erinnerung, die eine Multifunktions-Frau in ihren Reihen hat, nämlich Pure Reason Revolution. Die sind aber deutlich verspielter und nicht so tragisch melancholisch wie Midas Fall. Für ein Debüt ist „Eleven. Return And Revert“ in Ordnung, lassen wir den Schotten ein wenig Zeit und sie werden reifen.

Anspieltipps:

  • Nautical Song
  • Stalking Moon
  • 17

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