Hundreds - Hundreds - Cover
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Hundreds Hundreds


  • Label: Sinnbus/Rough Trade
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Da laufen stündlich die MySpace-Seiten aufstrebender Bands heiß, neue Offenbarungen werden täglich dem Musikliebhaber empfohlen, die Hype-Maschine England, das nächste allergrößte Ding und ein Geschwisterpaar aus Hamburg, nämlich Eva (Gesang, Texte) und Philipp Milner (Keyboards, Songwriting, Beats), spielt einfach jede Menge Gigs in mittlerweile beachtlich größer werdenden Clubs, wo ehemals unbeteiligt lauschende Beobachter dem Bann des Duos Hundreds verfallen. Mundpropaganda ist da ein Stichwort, allerdings nicht bedingt durch große Internet-Präsenz oder Marketing-Schachzüge, sondern der Faszination für den Live-Moment, welcher mit Hundreds ein ganz besonderer ist. Während Philipp am Keyboard die innigen Melodien aus den Tasten zaubert, die Beats verschachtelt wie mitreißend platziert, ist es Eva, die mit ihrer wärmenden Stimme dem Treiben einen beileibe nicht alltäglichen Stempel aufdrückt.

Für das selbstbetitelte Debüt, das von der Live-Erfahrung und angemessener Entstehungszeit profitiert, nahm sich das Berliner Label Sinnbus Records der Veröffentlichung an und macht damit einmal mehr von sich reden. Vom Piano und gemächlichen Beats getragen, eingerahmt vom ruhenden Pol eines Glockenspiels und präsenten Vocals emotionaler Prägung verziert, eröffnet „Solace“ ein Albums, welches viele Stimmungen erzeugt, dabei jedoch unverkennbar sehnsuchtsvoll bleibt. So setzt „Grab The Sunset“ ein Ausrufezeichen, das so schnell ganz sicher nicht verhallt. Wenn vorerst die Beats noch unterschwellig bleiben, der Song aber ganz langsam dringlicher wird, verschiebt sich die Sehnsucht zu Euphorie und die wohlige, musikalische Umarmung zu losgelöster, immer noch mit Synthesizer-Raffinessen besetzter Tanzlaune, mit einem Bein im House und dem anderen in frickeliger Electronica. Eine Mischung, die Hundreds ganz wunderbar beherrschen, wie auch „Fighter“ beweist.

Atmosphärische Soundscapes gehen fast unbemerkt in beschwingte Piano-Klänge und vielseitig zu entdeckende Beat-Konstruktionen über, die obwohl im eingängigen Electro-Pop beheimatet, für Wendungen sorgen und dabei neben der organischen Ausstrahlung mit kompositorischer Stärke faszinieren. Dafür gibt es zahllose Beispiele, stets zwischen Tanzbarkeit und seelenvoll erobernder Ruhe pendelnd. Das durchweg starke Debütalbum von Hundreds setzt besonders zum Ende noch einmal deutliche Akzente, ob mit der entrückten Sound-Collage „Wait For My Raccoon“ oder des ergreifend leisemalerischen „Little Heart“ - von diesem Debüt wird man noch einige Zeit zehren können.

Anspieltipps:

  • Grab The Sunset
  • Fighter
  • Let´s Write The Streets
  • Little Heart

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