The Bosshoss - Low Voltage - Cover
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The Bosshoss Low Voltage


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 120 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

The BossHoss schaffen es, ihre hörbare Spielfreude in Unplugged-Versionen umzuleiten.

Angefangen haben die Berliner Countryrocker von The BossHoss mit Coverversionen genrefremder Songs wie das geniale „Hey ya“ von Outkast. Sie steckten diese Tracks einfach in ihr Country-Western-Kleid, das zu ihrem Steckenpferd geworden ist und sehr stimmungsmachend und flott klingt. Das reicht den Mannen um Mastermind Hoss Power alias Sascha Vollmer inzwischen nicht mehr.

Sie schufen eigene Kompositionen und nach vier sehr erfolgreichen Longplayern entschlossen sich die Berliner jetzt dazu, ihre besten Songs neu zu arrangieren. Sie spielten 15 Tracks mit dem Babelsberger Filmorchester und einer speziellen Bläsercombo ein. Dazu gehen sie im Winter auf Tournee, die beweisen soll, dass die Verbindung von Rock, Country und Klassik klappen kann. Von den 15 Songs stammen zehn aus der Hoss Power-Feder und es stellt sich die Frage: Funktionieren die flotten Country-Rock-Party-Töne auch als reduzierte seriöse Klänge?

Bei „No one knows“, im Original von den Queens Of The Stone Age, und der Eigenkomposition „Last day“ scheint das nicht der Fall zu sein: Zu viele Instrumente, zu gekünstelt und viel zu wenig Rock-Power, lautet die Diagnose. Die sehr gute Liveband The Bosshoss kann aber auch anders und belegt bei „Stallion battalion“, „I say a little prayer“ oder „Gay bar“, das diese Tracks durch die Orchesterunterstützung nichts an Spieltempo verlieren müssen. „Gay bar“ gewinnt sogar durch zusätzliche Instrumentierung in Form von Bläsern noch mehr an Qualität.

Sicherlich haben schon viele Bands Orchesterversion ihrer Stücke mit mehr oder weniger Erfolg probiert. The BossHoss schaffen es, ihre hörbare Spielfreude in Unplugged-Versionen umzuleiten, was freilich nicht bei jedem Song klappt, aber als solide Leistung durchgeht. Klar, die Musikwelt dreht sich auch ohne den Kauf dieser CD weiter, doch zumindest die BossHoss-Fans sollten sich diesen Akustikversuch wenigstens einmal anhören. Für nur zwei Euro mehr kann man sogar eine Deluxe Version von „Low Voltage“ erwerben, die eine zusätzliche Live-DVD enthält, auf der die Aufzeichnung der ersten „Low Voltage“-Show, natürlich in ihrer Heimat Berlin, enthalten ist.

Anspieltipps:

  • Stallion Battalion
  • I say a little Prayer
  • Gay Bar
  • Shake and shout

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