Kate Nash - My Best Friend Is You - Cover
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Kate Nash My Best Friend Is You


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Sie gilt als eins der größten Songwritertalente der britischen Insel: Die mittlerweile 23jährige Kate Nash. Ihr 2007er Debüt „Made of Bricks“ startete weltweit durch und begeisterte gleichsam mit Singlehits und überbordenden frischen musikalischen Ideen, die aber immer noch im Mainstream angesiedelt waren. Nun entstanden in ihrer selbst verordneten schöpferischen Pause neue Songs, die sie mit Produzent Bernard Butler (Suede) aufnahm.

Diesmal schwelgt Miss Nash zunächst im Sixties-Pop, „Paris“, „Do-Wah-Doo“ und „Kiss That Grrrl“. Sie nimmt weiterhin gottseidank kein Blatt vor den Mund, was sie vor allem im A-cappella-Intro von „Mansion Song“ beweist, wo sie sehr wütend und sehr flott sich über die weibliche Eigenart zu wenig Selbstvertrauen zu besitzen, singend aufregt oder besser sprechsingend. „I Just Love You More“ verblüfft mit einer ganz anderen Seite der Britin mit dem unnachahmlichen breiten britischen Akzent: Sie singt und später schreit sie bis zur totalen Erschöpfung, es wird eine Art Punk-Pop mit scharfen Gitarrenriffs und sehr einprägsamen Refrain serviert, eigentlich besteht der Song fast nur aus diesem Refrain. „Later on“ vereint viele Instrumente und wahnsinnig viele interessante Ideen zu einem Potpourri, welches ebenfalls eher verwirrt, aber trotzdem nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

Das treibende „Take Me to a Higher Plane“ geht als sehr britische Rocknummer durch, die beim Hören einfach viel Spass bringt. Das dagegen so schleppende „You Were So Far Away“ könnte man als psychedelischen Folk-Pop bezeichnen, nicht nur hier fällt die Kategorisierung hörbar schwer. Den Schlusspunkt setzt „I hate seagulls“ mit einem fast nur auf Nashs Stimme konzentrierten sehr reduzierten Track, der sogar noch einen Hidden Track, den Titelsong „My best friend is you“, verbirgt, der aber nicht so überzeugt.

Die CD besticht vor allem durch die Tatsache, dass man nicht wirklich weiß, welche musikalische Überraschung im nächsten Song lauert. Kate Nash hat nichts von ihrer Unbekümmertheit verloren, sie komponiert weiterhin potentielle Singlehits und melodieselige komplexe Songs in Serie. Die musikalische Weiterentwicklung ist offenkundig und um die Zukunft von Kate Nash braucht man sich keine Sorgen zu machen, das scheint angesichts ihres Talentes sicher.

Anspieltipps:

  • Paris
  • Do-Wah-Doo
  • Later on
  • Take Me to a Higher Plane

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