Peter Frampton - Thank You Mr. Churchill - Cover
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Peter Frampton Thank You Mr. Churchill


  • Label: Eagle Rock/EDEL
  • Laufzeit: 65 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

So schnell Peter Frampton mit seinem Live-Exkurs „Frampton comes alive“ (02/1976) in den Superstarstatus gehoben wurde, so schnell stieg der mittlerweile 60jährige wieder in normale Sphären von Musikschaffenden herab um eine lange künstlerische Durststrecke in Angriff zu nehmen, die erst geschlagene 30 Jahre später überwunden scheint. „Fingerprints“ (09/2006) erscheint als Instrumentalalbum unter der Mithilfe von solch renommierten Gaststars wie Matt Cameron (Pearl Jam, Soundgarden), Mike McCready (Pearl Jam), Hank Marvin (Cliff Richard), Warren Haynes (The Allman Brothers Band, Gov´t Mule) und Charlie Watts und Bill Wyman (The Rolling Stones), wird mit dem Grammy ausgezeichnet und verhilft dem Wahl-Amerikaner zu ungewohnter Präsenz im Rampenlicht.

Seine vierzehnte Soloplatte „Thank you Mr. Churchill“ soll diesen Status nun natürlich beibehalten und im besten Falle sogar schüren, eine Vorgabe, die hinsichtlich der vorzüglich dargebrachten Fingerfertigkeiten des gebürtigen Engländers durchaus machbar scheint, denn obwohl Frampton seine Stimme als brüchiges und sanftes Instrument einsetzt, strotzt seine Gitarre vor Leidenschaft, Emotion und Energie. Bevor allerdings die Großtaten seiner neuesten Studioplatte erforscht werden dürfen, muss sich der Hörer durch eine Reihe von Kompositionen durcharbeiten, die in ihrer Qualität stark schwanken. Der Titeltrack mag als konventioneller Rocksong im Spätwerk noch seinen Platz haben, doch das dick aufgetragene „Solution“ und die Schunkelnummer „I´m due a you“ fühlen sich dort gar nicht wohl und fehl am Platz, während „Road to the sun“ mit der Unterstützung seines Sohnemanns Julian einen interessanten Charme besitzt und „Vaudeville Nanna and the Banjolele“ zu kuschelig daherkommt.

Erst der vor allem im hinteren Drittel aufbegehrende Hardrocker „Asleep at the wheel“ steuert frische Keimzellen in der künstlerisch brach liegenden Petrischale an und das 7 ½ minütige Instrumental „Suite liberte: Megumi / Huria Watu“ verdient mit seiner makellosen Handarbeit ohnehin das Prädikat „exzellent“ und eröffnet eine starke zweite Hälfte, die bereits mit „Restraint“ und seiner tiefer gestimmten, dunklen Atmosphäre einen gewagten Weg einschlägt. „I want it back“ gefällt sich im Anschluss als grundsolider Rocksong, „Invisible man“ huldigt dem Motown und „Black ice“ und „I understand“ führen als ruhige Akustikgitarrensongs zum Albumender „A thousand dreams“, der mit dezenten Orgelklängen, Santana-Picking und lockerem Groove den vorher sorgsam aufgebauten Anspruch aus den Angeln hebt. Nichtsdestotrotz ist „Thank you Mr. Churchill“ ein souveränes Alterswerk geworden, das zwar nicht immer die Vorzüge von Mr. Frampton offensichtlich macht, aber wenigstens eine hoffnungsvolle Beständigkeit an den Tag legt.

Anspieltipps:

  • Restraint
  • Asleep At The Wheel
  • Suite Liberte: Megumi / Huria Watu

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