Danko Jones - Below The Belt - Cover
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Danko Jones Below The Belt


  • Label: Bad Taste Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf dem Cover des sechsten Albums „Below The Belt“ inzeniert sich der Frontmann der gleichnamigen Band Danko Jones mal wieder als führendes Herdentier. Doch der Schein trügt, denn der Löwe sieht mehr nach einem handzahmen Kätzchen und die Dame mehr wie eine Schaufensterpuppe aus, sodass sich die aufgesetzte Mackerpose mehr in Lächerlichkeit als Coolness verliert. Viel wichtiger ist es ja auch, dass die Band auf musikalischer Ebene nicht an Witz verliert. Denn eins war bereits im Vorfeld klar: „Below The Belt“ ist wieder vollgepackt mit mehr oder weniger augenzwickernden Songs und den mal devoten, mal machohaften Umgang mit dem weiblichen Geschlecht.

„I Think Bad Thoughts” kommt sofort mit dermaßen dicke-Hose-Pose aus den Boxen, dass man automatisch den Lautstärkeregler weiter nach rechts drehen muss. Das ist im Folgenden auch bitter nötig, denn was den Kanadiern an Abwechslung und songwriterischem Feingefühl fehlt, versuchen sie einmal mehr mit Lautstärke zu kompensieren. Und das wird leider so langsam langweilig.

Auf „Below The Belt“ treiben Danko Jones nichts, aber auch gar nichts, was sie nicht auch schon auf einem ihrer vorherigen Alben getan hätten. Glücklicherweise geht es auf dem sechsten Album des kanadischen Trios mit dem egozentrischen Frontmann wieder deutlich ruppiger zu als noch bei „Code Of The Road“ („Never Too Loud“, 2008). Das ist treibender Powerpoprock mit einem gehörigen Schuss Testosteron, knallenden Gitarren und einem bollerndem Bass. Mal drosselt das Trio dabei das Tempo, so wie beim drückenden Bluesrock à la AC/DC („Tonight Is Fine“) oder sie machen mit Volltempo einen auf big Player („Apology Accepted“).

Gesanglich übertreibt es Danko zweitweise mit seinem Popappeal („Active Volcanoes“), denn trocken heruntergerotzte Lyrics stehen ihm einfach viel besser („Full Of Regret“). Das kann ordentlich Spaß machen, insbesondere wenn das Album so kurzweilig an einem vorbeizieht wie bei „I Wanna Wreak Up With You“ und die Lieder zu so geilen Singalongs mutieren wie „Had Enough“. „So long as guys keep thinking with their dicks instead of their heads and so long as beautiful women have the power to reduce men to drooling, deviant, irrational idiots, Danko Jones records will continue to sound like Danko Jones record”, meint der Pressetext. Das ist eigentlich nicht nur eine traurige Einstellung, sondern wird in Zukunft wahrscheinlich auch zu langweiligen Alben führen.

Was befindet sich „Below The Belt“? Danko Jones jedenfalls deklarieren die größten Eier für sich, ob dies wirklich berechtigt ist steht auf einem anderen Blatt, denn gegenüber „Sleep Is The Enemy“ (2005) zieht dieses Album ganz klar den Schwanz ein.

Anspieltipps:

  • I Think Bad Thoughts
  • Full Of Regret
  • Had Enough
  • I Wanna Wreak Up With You

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