Saltatio Mortis - Manufactum II - Cover
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Saltatio Mortis Manufactum II


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 67 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Saltatio Mortis reichen genau die richtige Mischung aus stimmungsvollen Balladen, instrumentalen Stimmungsperlen und melodisch-rockigen Mittelalterkrachern an den Hörer weiter.

Seit zehn Jahren gibt es die Mittelalterrockband Saltatio Mortis jetzt schon. Die jetzige Besetzung Alea (Gesang, Dudelsack, Schalmei), Falk (Dudelsack, Drehleier, Gesang), Lasterbalk (Trommel, Schlagzeug, Percussion), Samoel (Gitarre, Harfe), El Silbador (Dudelsack, Sackpfeifen), Bruder Frank (Bass, Chapman Stick) und Jean Mechant (Schlagzeug, Percussion) stellen das Line-Up dar. Neben reinen Rock-CDs wie die letztjährige „Wer Wind sät“, lassen es sich die Herren nicht nehmen, weiterhin Scheiben mit Mittelaltermusik aufzunehmen.

2005 erschien „Manufactum“ und enthielt Live-Material von ihren Auftritten auf diversen Märkten. Einer der größten Mittelaltermarktbetreiber heißt Gisbert Hiller und veranstaltet an 20 Wochenenden im Jahr bundesweit seine „Mittelalter Spectaculum“ genannten Märkte, die als besonderes Highlight Auftritte von bekannten Mittelalterbands wie eben Saltatio Mortis, Schelmish, Vermaldeyt und Rapalje beinhalten. Im August 2009 fand im westfälischen Telgte so ein Markt statt und das Nachtkonzert von Saltatio Mortis wurde mitgeschnitten.

Die dazugehörige Live-CD enthält 17 Tracks und wer Saltatio kennt, weiß, dass bei Rockkonzerten immer über zwei Stunden gespielt wird und auch beim Hauptkonzert auf dem Markt dauert es mindestens 1½ Stunden bis sie zufriedene Fans zurückgelassen haben. Geboten werden neben vier Eigenkompositionen 13 traditionelle Tracks, die Frontmann Alea in verschiedenen Sprachen zum besten gibt: Italienisch („Ecce Gratum“ aus Camina Burana), Schwedisch („Varulfen“), Althochdeutsch („Merseburger Zauberspruch“, „Palästina-Lied“), Französisch („Le Corsaire, Dessous le Pont de Nantes“), Englisch („Drunken Sailor“, „Loch Lomond“) und natürlich deutsch. Bei den Akustik-Shows ist Bassist Bruder Frank nicht dabei, die Gitarrenfraktion meistert dann Herr Samoel im Alleingang. Außerdem übernimmt der Franzose Jean Merchant das Schlagzeug, das bei Rockkonzerten Lasterbalk besetzt, der hier die große Trommel bedient.

Die Fähigkeit, das Publikum zu begeistern, besitzt nicht nur der charismatische Sänger Alea, der immer wieder das Publikum animiert. Richtig notwendig scheint das aber nicht zu sein. Denn die klassischen Songs und auch die eigenen Werke verbreiten eine Stimmung, die einfach ansteckend ist. Mit launigen Ansagen schafft es Trommler Lasterbalk immer wieder, für fröhliche Momente zu sorgen. Die Dudelsäcke stehen bei der Mittelaltermusik sehr im Vordergrund und El Silbador, Falk und Alea geben ordentlich Gas, damit dieses Instrument gut zur Geltung kommt. Zur Abkühlung singt Alea ohne Instrumentenbegleitung das gänsehauterzeugende „Loch Lomond“ mit dem Holländer William von der Band Rapalje, das keinen kalt lassen kann. „Dr. Eisenhans“, „Equinox“, „Prometheus“ und „Spielmannsschwur“ stammen aus der eigenen Kompositionsschatulle, wobei das Piratenlied „Le Corsaire“ neu für die 2009er Marktsaison aus den Klassikern ausgewählt wurde. Ihre Hymne ist dabei eindeutig der „Spielmannsschwur“, der auf keinem Konzert fehlt.

Saltatio Mortis reichen genau die richtige Mischung aus stimmungsvollen Balladen, instrumentalen Stimmungsperlen und melodisch-rockigen Mittelalterkrachern an den geneigten Hörer weiter und der freut sich mit dem Publikum vor Ort, das in Telgte hörbar begeistert bestätigt, was die Fans schon lange wissen: Saltatio Mortis sind vor allem live eine Macht. Nicht zu überhören ist dabei, dass sie sich in den fünf Jahren seit der letzten Live-CD, angefangen beim Gesang in allen Bereichen verbessert haben. So kommt der Live-Spaß nie zu kurz, wobei perfekt kein Live-Album klingen darf, sonst wurde gepfuscht!

Anspieltipps:

  • Drunken Sailor
  • Le Corsair
  • Spielmannsschwur
  • Ali Ben
  • Loch Lomond

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