Scouting For Girls - Everybody Wants To Be On TV - Cover
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Scouting For Girls Everybody Wants To Be On TV


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 34 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Scouting For Girls ist eine Band, die es in Großbritannien bereits zu großem Erfolg gebracht hat und nun auch in Deutschland mit der ersten Single „This Ain't a Love Song” ihres neuen Albums „Everybody Wants To Be On TV“ vermehrt im Radio gespielt wird. Auf der Insel avancierte ihr selbstbetiteltes Debüt im Jahr 2007 zu einem Nummer-1-Album, was mit ausverkauften Touren und Auftritten im Londoner Hammersmith Apollo vor tausenden Zuschauern belohnt wurde. Mit ihrem Zweitwerk soll diese Erfolgsgeschichte nun fortgeführt werden: „Wir wollten den perfekten Popsong und ein Album schreiben, auf dem jeder Song zur Single taugt“, so erklärt Chef-Songwriter, Keyboarder und Sänger Roy Stride die Maxime der Band.

Und wenn man langweiliges, einfallsloses, abgegriffenes Songwriting in Verbindung mit einer mutlos-glatten Produktion als Indikator für perfekten Pop nimmt, dann sind Scouting For Girls in der Tat wahre Meister in ihrem Fach. „Lalala lalala“. So eröffnen die Briten ihr Album. Das kann schon fast stellvertretend für die restlichen, vollkommen belanglosen 34 Minuten stehen. Was die Gruppe dann jedoch bei Songs wie „Little Miss Naughty”, welches mit unsäglichen Auto-Tune-Vocals beginnt, oder dem abgestumpft-albernen „Famous” („Nanana”), mit klebrigen Keyboard-Einsatz fabriziert, klingt über weite Teile einfach nur noch billig. Stride singt es ja selbst: „Mirror, mirror on the wall, how can I be such a fool?“ Das frage ich mich allerdings auch, doch das Album ist an dieser Stelle leider noch lange nicht vorbei.

Im Anschluss kaut sich die Band durch zähes Keyboard-Gedüdel („On the Radio“), das wie eine billige Killers -Kopie klingt, kandideln das Ganze mit lieblos wirkenden Streichen über („Blue as your Eyes“) und versuchen sich am Ende auch noch als Pseudo-Punkrockband („1+1“). Die Patrick Stump (Fall Out Boy) Verschnitt-Stimme von Roy Stride geht einem dann auch noch irgendwann auf die Nerven, sodass man sich fragt, wann diese ewig langen 34 Minuten endlich vorbei sind. Everybody Wants To Be On TV ist so dermaßen kalkuliert, glattgebügelt und substanzlos, dass man sich fragt, ob die Lobeshymnen im Pressetext wirklich ernst gemeint, oder alles nur ein großer Gag ist.

„Wir haben 2009 mit über 50 Demos und Hunderten von Ideen begonnen – damit hätten wir zwei Doppelalben machen können! Aber wir wollten nur das Beste abliefern. Das bedeutete, ein ganzes Jahr lang neue Songs zu schreiben, knallhart alte auszusortieren, ständig zu überprüfen und zu überarbeiten. Ich habe mein ganzes Leben noch nie so hart gearbeitet. Wir haben uns monatelang im Studio vergraben, jede Note, jedes Wort und jeden Sound ausprobiert und nichts unversucht gelassen. Wir sind zu Perfektionisten geworden!“ Man will und kann Stride diese Worte einfach nicht abnehmen. „Everybody Wants To Be On TV“ ist zeitweise so belanglos, als sei es zwischen zwei Stuhlgängen billig zusammengeramscht worden, von Herzblut keine Spur. Da hilft es auch nichts mehr, wenn „Take a Chance“ noch gerade so als ganz netter Popsong durchgeht.

Anspieltipps:

  • This Ain't a Love Song
  • Take a Chance

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