Karma To Burn - Appalachian Incantation - Cover
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Karma To Burn Appalachian Incantation


  • Label: Napalm Records/EDEL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass kompromisslose Reiten auf nichts als dem druckvollen Riff ist endlich wieder möglich!

Reiten auf dem Riff. Karma To Burn sind wieder da und pflegen die Pointierung dessen was Rockmusik ihrer Meinung nach ausmacht neu aufzulegen. Dabei entbehrt ihre Entwicklung durchaus nicht einiger Ironie: eine hoffnungsvolle Hardrock/Stoner-Rock-Band aus Virginia die instrumental die Welt erobern will wird gesigned und bekommt gesagt: na, das machen wir mal lieber mit einem Sänger. Das Ergebnis ist nicht anders als als mittelmäßig und enttäuschend zu bezeichnen, infolgedessen lässt man sich von Plattenfirmen nicht mehr beirren, geht seinen eigenen Weg, veröffentlicht zwei formidable Riff-Rock-Szene-Kracher auf dem genau ein einziger vokaler Ausdruck Platz findet – Tequila – und trennt sich nach einigen Jahren aufgrund von Streitigkeiten.

Genau diese Sprachlosigkeit, die man Karma To Burn anfänglich abzutrainieren suchte, ist es nun aber gewesen, die sie nach ihrer Auflösung 2002 zu veritablen Szenegrößen machte. Ihre Idee hat sich beim Publikum durchgesetzt. Man musste sich dafür zwar erst trennen und einige Jahre verstreichen lassen, aber was lange währt wurde endlich gut: Karma To Burn und ihre Simplifizierung des Rock funktioniert endlich, findet Anklang, ein Szene-Publikum.

Nach der letztjährigen Reunion-Tour, nun also ein neues Album, dass, wie sollte es auch anders sein, nichts als dem Ausgangspunkt des Rock huldigt: dem Riff. Ihr bedingungsloser Sound ist derweil derart hart und aufgrund des fehlenden Gesangs ruckartig frequentiert, dass eine deutliche Nähe zum Metal unüberhörbar ist, obgleich es freilich Rockmusik bleibt. Karma To Burn haben nach wie vor messerscharfe Ideen, um einem Bass und einer Gitarre druckvolle, kompromisslose Geraden, Schwinger, Haken und Upper-Cuts zu entlocken und sie ins Publikum zu schleudern. Auf „Appalachian Incantation”, soll noch erwähnt werden, gibt es – leider, K2B’s Signum und Stärke ist nun mal das Fehlen jeglicher Vokalpräsenz – auf zwei Tracks Gastsänger, der eine davon ist, gönnen wir ihnen ruhig das name-dropping zur Bekanntheitssteigerung, Johnny Garcia (Kyuss, Unida, Hermano). Dass kompromisslose Reiten auf nichts als dem druckvollen Riff ist endlich wieder möglich – Karma To Burn haben die Pferde gesattelt.

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