Ash - A-Z Vol. 1 - Cover
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Ash A-Z Vol. 1


  • Label: Laserlaser/Rough Trade
  • Laufzeit: 71 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Anfang der Neunziger quasi von der Highschool aus gegründet und als Band schlicht Ash betitelt, weil sie einfach das Wörterbuch durchschauten und beim ersten für sie schönen Wort zugriffen, sind Ash nun schon lange genug im Geschäft, kommen seit einigen Jahren ohne die solo durchstartende Charlotte Hatherley aus und dachten sich 2007 den Abschied vom klassischen Studioalbum. Was teilweise in fälschlichen Auflösungsmeldungen mündete und die vor allem im Vereinigten Königreich zahlreichen Fans schockte, entpuppte sich als Single-Marathon, der im zweiwöchigen Rhythmus Fans mit Downloads und Vinyl-Singles versorgt. Zur Hälfte des Marathons wird nun die Compilation „A-Z Vol. 1“ gereicht, welche die Buchstaben A bis M samt fünf Bonussongs versammelt. Ein guter Schachzug, den die auf Albumlänge nicht immer so starke, nordirische Band um Tim Wheeler da auf die Öffentlichkeit loslässt.

Der Opener „Return Of White Rabbit“ lässt erst einmal verhältnismäßig ungläubig staunen, wie federnd leicht die eher im Soul/Blues beheimatete Gitarre das klare Swing-Gewand des Songs untermauert, während Keyboards spielerischen Pop offerieren und Tim Wheeler über all diesem glamourös thront. Gerade wegen des ungewohnten, so gar nicht rock-lastigen Sounds ein Einstand, der wieder und wieder gehört werden will. Ganz anders der wilde Garagenrocker „The Creeps“, der so gegensätzlich im Klang ist, aber in der Ausstrahlung ähnlich packend. Typische Midtempo-Songs mit großem Hymnenfaktor und rockig-melodischem Pop der unverkennbaren Ash-Tradition finden sich zum Beispiel mit „Coming Around Again“ auch. Wohlweislich handelt es sich bei den bisher erwähnten Songs „nur“ um die Bonus-Tracks, welche aber definitiv auch am meisten hermachen in ihrer zeitweise unkonventionellen Art.

Für den Hauptteil auf „A-Z Vol. 1“ gilt der unbekümmerte Pop/Rock-Entwurf, immer mit einem Bein im Soundtrack für die Sommerferien, auch wenn sich das Trio altersmäßig stetig weiter davon entfernt . Das ist immer noch authentisch und geht gut in Ohren sowie Beine, ja es macht einfach Spaß, wenn sich die Gitarrenmelodie aus „Joy Kicks Darkness“ festbeißt, die Strophen melancholisch träumen und der Refrain mit kraftvollem Rhythmus-Gerüst feierlich den Stadion-Rock beackert, während die Vocals von Tim Wheeler wie eh und je das i-Tüpfelchen markieren. Charmanter kann kaum einer von kitschigen Tragödien und der ungetrübten Lebensfreude singen, um in jeder Minute den Beweis für ein perfekt harmonierendes Trio abzuliefern. Vom nimmersatten Ohrwurm „Arcadia“ über den quirligen 60´s-Rock „Ichiban“ bis zur halben Piano-Ballade „Do You Feel It?“ bleiben Ash gut aufgelegt, sind noch immer nicht die Innovatoren vor dem Herrn, aber das wird keinen Ash-Fan stören. Warum auch, bei so viel Hit-Dichte.

Anspieltipps:

  • Return Of White Rabbit
  • Joy Kicks Darkness
  • Command
  • The Creeps
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