Hawthorne Heights - Skeletons - Cover
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Hawthorne Heights Skeletons


  • Label: Wind-Up/EMI
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Blink 182 und The Offspring waren die Wegbereiter dessen, was heute zu Unrecht Post-Hardcore geschimpft wird. Seit At The Drive-In sollte man wissen, dass es mehr brauch, um wirklich Post-Hardcore zu sein. Manche benutzen auch gerne den Ausdruck Power-Pop für melodiösen Rock, der härter ist als das Weichspülprogramm, das Daughtry zum Beispiel ins Radio bringt. Während die Melodien zum Augen schließen oder Herz ausschütten einladen, blasen die Instrumente einem gepflegt die Gehörgänge frei. Seit 2004 nennen sich die Jungs aus Ohio Hawthorne Heights, haben dem Metal abgeschworen und bringen nun ihren jugendlichen Rock an die Massen. Noch vor ihrem letzten Album verstarb allerdings der damalige Gitarrist Casey Calvert im Jahr 2007. Es dauerte bis letztes Jahr, bis man sich endlich entschloss wieder zusammen zu arbeiten. Das Ergebnis nennt sich „Skeletons“ und versucht so gut wie möglich in beschriebenes Power-Genre zu passen.

Gleich von der ersten Nummer an fliegen einem die brachialen Gitarrenwände nur so um die Ohren. Das Gegenprogramm wird durch den emotionalen Gesang geliefert und herauskommt diese nicht neue, aber immer wieder befriedigende Mischung aus Popsong und Rockhymne. Viel ambitionierter Pathos lässt sich in den mitreißenden Refrains von „Drive“ oder der Eröffnung „Bring You Back“ ausmachen. So kraftvoll und doch so harmlos. Niemand käme auf die Idee, dass diese Jungs jemandem wehtun wollen. Zu sehr ist da diese weiche Note, die heutzutage Jimmy Eat World vollends beherrscht. Hier geht es noch ungeschliffen zur Sache. Jeder, der sich zwar nicht für einen harten Typen hält, aber gerne zu lauten Gitarrenbrechern durch die Menge hüpft, findet hier genau das was er brauch. Es ist erstaunlich, dass selbst die instrumental wirklich heftigen Stücke (besonders hervorzuheben ist hierbei das knallharte „Abandoned Driveways“) nur selten ungemütlich klingen. Die Melodie setzt sich am Ende immer durch, doch trotzdem dürften auch Fans von aufkratzender Musik mit den härteren Stücken Freude haben können.

Natürlich schlägt sich der emotionale Gesang auch in einigen Balladen nieder („Picket Fences“, „Boy“) und so ist ein bunter Mix aus emotionalem Power-Pop, einer Prise Hardcore und pathetischem Rock gegeben, der gerade jüngere Rockfans wieder und wieder unterhalten dürfte. Auch wenn die Titel sich in ihrer Machart ziemlich ähneln, ist es gerade für Fans kein Problem gleich mehrere Lieblingstitel herauszufiltern. Die Arrangements sind knackig genug, um sie voneinander zu unterscheiden. Wirkliche Tiefe oder Experimente darf man natürlich nicht erwarten, aber dafür werden die Jungs aus den Vereinigten Staaten ihrem Genre gerecht und halten gut mit, auch wenn sie nichts neu erfinden.

Anspieltipps:

  • Drive
  • Abandoned Driveway
  • Boy

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