The Moog - Razzmatazz Orfeum - Cover
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The Moog Razzmatazz Orfeum


  • Label: India Records
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie sie da so sitzen und stehen in ihren hippen 60er-Jahre-Klamotten, möchte man meinen, The Moog wären das nächste große Ding aus London, Liverpool oder Manchester. Aber nichts da! Die fünf jungen Herren stammen aus Budapest, der Hauptstadt Ungarns und sie lösten bisher neben ihrer osteuropäischen Heimat in den USA die größte Beachtung aus. Daran kann man sehen, es muss nicht immer England sein, wenn es um gepflegten Indie-Pop/Rock geht, zumal The Moog auch noch Einflüsse aus Garagen-Rock, Electro, Art-Pop, Punk und New Wave in ihren Stücken verarbeiten.

Auslöser des kleinen Ungarn-Hypes war das Album „Sold For Tomorrow“ (04/2007) inklusive des Singlehits „I like you“, das die Band im amerikanischen Seattle aufnahm. Für ihr Zweitwerk hat es Tonyo Szabo (Gesang, Keyboards), Adi Bajor (Gitarre), Miguel Gyorgy (Gitarre), Csaba Szabo (Bass) und Gergo Dorozsmai (Drums) u.a. erneut in den Nordwesten der USA verschlagen, wo sie mit Produzent Geoff Ott (Mark Lanegan, Queens Of The Stone Age, Pearl Jam) 12 eigene Songs plus die Coverversion des Ramones-Klassikers „Don’t go“ als Bonus Track für „Razzmatazz Orfeum“ (ein Wortspiel aus der Bezeichnung für einen Künstlertreff aus der Habsburgerdynastie und dem englischen Wort für „Rummel“) eingespielt haben.

Auch wenn The Moog ihre beiden Alben in den USA mit amerikanischen Produzenten aufgenommen haben, ist die Klangheimat der Ungarn grundsätzlich auf der britischen Insel zu suchen. Denn bei aller Indie-Kratzbürstigkeit steht bei dem Quintett nicht die Pose, sondern zuerst einmal der Song und dabei gerade auch eine eingängige Melodie im Vordergrund. So kennt und liebt es der Hörer von den Inselbands und auch die fünf Ungarn verbinden große Pop-Melodien („When I see you“) mit emphatischem Gesang („This is horror“), flirrenden Gitarren („You raised a vampire“, „Mina“) und schwebenden Keyboardklängen („Self and soul“), womit die Herrschaften ungefähr bei einer Mischung aus The Libertines, Bloc Party, Kaiser Chiefs und den Schotten The Fratellis angekommen wären.

Das sind zwar nicht zu verachtende Hausnummern, doch The Moog stellen sich wirklich geschickt an und picken sich nur das Beste aus der BritPop/Rock-Abteilung heraus. Damit liefern sie ein prächtiges Album ab, dem als Promotion-Turbo eigentlich nur noch ein Beitrag auf dem nächsten „Twilight“-Soundtrack fehlt. Denn mit ihren düsteren Texten und Songtiteln wie „You raised a vampire“, „This is horror“ und „Mina“ (ein Tribut an „Mina Harker“ aus Bram Stokers „Dracula“) würden The Moog auch im Umfeld der Teenie-Blutsauger-Reihe musikalisch ein gutes Bild abgeben.

Anspieltipps:

  • Mina
  • Sphinx
  • Lost day
  • When I see you
  • Make me happy
  • You raised a vampire

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