Tarot - Gravity Of Light - Cover
Große Ansicht

Tarot Gravity Of Light


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Welt ist ungerecht. Anders lässt es sich nicht erklären, dass keine Rezension eines Tarot-Albums ohne die Nennung der Symponic-Metaller von Nightwish auskommt. Die Musik der beiden Bands hat kaum Gemeinsamkeiten – außer der Tatsache, dass Marco Hietala bei beiden Formationen Bass und Stimmbänder strapaziert. Und das mit großem Erfolg: durch die Wandlungsfähigkeit seines Organs hat sich Hietala vor allem in seiner finnischen Heimat einen kleinen Legendenstatus ersungen. Und vor allem da kann Tarot bereits seit über zwei Jahrzehnten auf eine beachtliche Erfolgsgeschichte zurück blicken, während Hietalas Zusammenarbeit mit Nightwish erst einige Jahre andauert.

Dass erst das letzte Studioalbum „Crows Fly Black“ auch in Deutschland größere Aufmerksamkeit für Tarot brachte, dürfte nichts desto trotz an dem aufsteigenden Stern Nightwish gelegen haben. Ehre, wem Ehre gebührt, denn das Songmaterial auf besagter Scheibe war über jeden Zweifel erhaben. Ein ähnlich euphorisches Gefühl stellt sich beim Opener von „Gravity Of Light“, dem ironischen „Satan Is Dead“, ein. Brett-harte Gitarren und ein sagenhafter Refrain markieren einen wirklich rund um gelungenen Einstieg. Das ist klassischer Heavy Metal von seiner besten Seite mit vier Minuten Dauergrins-Garantie. Doch bereits ab Track Nummer zwei sinken die Mundwinkel wieder auf Standarthöhe. Weder „Hell Knows“, noch das etwas flottere „Rise“ können dieses hohe Einstiegsniveau halten. Ein Eindruck, der für die nächste dreiviertel Stunde bestehen bleiben wird.

Dennoch finden sich ab der Album-Mitte noch einige echte Perlen. „Magic And Technology“ kommt mit einer ähnlichen Atmosphäre wie das „Veteran Of Psychic Wars“-Cover des Vorgängeralbums daher, und auch „Calling Down The Rain“ vereinigt alle Eigenschaften, für die Tarot bekannt sind: Kompromissloser Heavy Metal mit melodischem, zweistimmigen Gesang und dezent modernem Synthi-Einschlag. Auch die hymnische Vorabsingle „I Walk Forever“ kann diesen Test mit Leichtigkeit bestehen, während das abschließende „Gone“ als Halbballade funktioniert, auch wenn die tieferen Tonlagen Hietala besser zu liegen scheinen.

„Gravity Of Light“ ist eine Enttäuschung auf sehr hohem Niveau. Nicht so gut, wie „Crows Fly Black“, aber noch immer weitaus besser als der Szenedurchschnitt. Schlechte Songs scheint es bei Tarot ohnehin nicht zu geben und über die Hand voll Füllnummern kann man guten Gewissens hinwegsehen.

Anspieltipps:

  • Satan Is Dead
  • Magic And Technology
  • I Walk Forever
  • Gone

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
6.5/10

The Book Of Souls: Live Chapter
  • 2017    
7.5/10

Cold Dark Place EP
  • 2017    
8/10

The Rise Of Chaos
  • 2017    
Diskutiere über „Tarot“
comments powered by Disqus