Jahcoozi - Barefoot Wanderer - Cover
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Jahcoozi Barefoot Wanderer


  • Label: Bpitch Control/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht nur die Mitglieder von Jahcoozi kommen aus verschiedenen Erdteilen, sondern auch deren Fürsprecher, zu denen schon früh John Peel zählte. Aus Berlin kommen die Beats von Robot Koch, der Gesang von Sasha Perera aus London und schließlich aus Tel Aviv die Basslines von Oren Gerlitz. So standen Jahcoozi zumindest bis zu ihrem neuen Album „Barefoot Wanderer“ für die Verquickung von Punkrock, Hip Hop und dem weiten Feld der Electronica. Alles treibend und zwingend verarbeitet, um schließlich auch die Konzerte zu besonderen Erlebnissen zu machen, welche sich im Jahr 2008 über vier Kontinente erstreckten und, ob nun auf der Transmediale in Berlin oder einem Rave in Transsilvanien, unberechenbar schweißtreibend waren.

Wenn also die vorigen Alben „Pure Breed Mongrel“ (2005) sowie „Blitz´n´Ass“ (2007) noch die Genres durcheinander wirbelten, ist „Barefoot Wanderer“ eine klassische Dub-Platte mit Einflüssen aus dem HipHop und deutlichen Akzenten in Richtung treibendem Dubstep, die fast schon meditierend über den Tönen schwebt. Im Opener „Barefoot Dub“ machen es sich die schleppenden Beats gemütlich, die auch das gesamte Album nicht weichen werden, treiben Percussions und Synthesizer-Spielereien den Sound voran, der so kühl wie sinnlich von Sashas Stimme Unterstützung erfährt. „Powerdown Blackout“ brilliert mit Rap-Einlagen von M. Sayyid (Anti Pop Consortium), der ganz klar die Führung des leider arg kurz geratenen Songs übernimmt, während die Coverversion von The Cures „Close To Me“ nur eine Randbemerkung wert ist. 1:1 erscheint der Song im Dubstep-Gewand, ohne ein eigenes Leben zu entwickeln. Dafür sind die Beats und Synthesizer-Einsätze zu wenig markant, die Stimme von Sasha jedoch wieder einmal lieblich und voller Hingabe.

Von den Gästen (u. a. der israelische Tontopfpercussion-Künstler Oori Shalev und die belgische Sängerin Barbara Panther) einmal abgesehen, haben wir es bei Jahcoozis neuem Longplayer mit einem durchwachsenen Werk zu tun, das mit seiner atmosphärischen, in sich ruhenden Stimmung und ausgeklügelten Beat-Konstruktionen überzeugt, schließlich aber von der Gleichförmigkeit der einzelnen Titel eingeholt wird. Vielleicht fehlt dem Trio einfach die Genre-Vielfalt, um restlos zu überzeugen. Spätestens beim in die Beine gehenden „Msoto Millions“ und der Mithilfe der Dancehall-Crew Uko Flani aus Kenia ist die Dringlichkeit aber wieder an Bord und entlässt den Hörer so langsam aus einem Album, welches die Stärken in Form der Gastauftritte hat, ansonsten jedoch recht wenig Charisma versprüht.

Anspieltipps:

  • Powerdown Blackout
  • Read The Books
  • Msoto Millions
  • Barricaded

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