Harmful - Cause - Cover
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Harmful Cause


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Billy Gould von Faith No More ist nicht unwesentlich daran beteiligt gewesen, dass überhaupt das achte Album „Cause“ aus dem Hause Harmful dieser Tag den Weg in die Plattenläden gefunden hat. Schließlich fragte dieser bei Harmful-Sänger/Gitarrist Aren Emirze an, ob er trotz Kreativpause und dem akustischen Projekt Emirsian nicht für das Comeback von Faith No More während eines Konzertes in Frankfurt Mitte 2009 den Support machen könnte. Da es wohl nur eine Antwort geben kann, probten Harmful (neben Emirze noch bestehend aus Chris Aidonopoulos sowie Nico Heimann) wie wild, spielten den Gig und brachten das Songwriting schnell auf Kurs. Nach ihrer Gründung 1992 ist drei Jahre nach „7“ nun eben „Cause“ erhältlich und ein kraftvolles Rock-Paket samt intelligentem Songwriting der Marke Harmful.

Tightes Riffing und ebensolches Schlagzeugspiel mit der richtigen Mischung aus einprägsamen Melodien sowie einer kraftvollen Note, die sich angenehm mit ruhigeren, schwelgenden Passagen abwechselt. So verklingt der Opener „Ordinary People“ recht schnell, was aber durch den Titeltrack beeindruckend ausgeglichen wird. Vertracktere Rhythmus-Gebilde formen den Song zu einem mächtigen Brocken, der nicht zuletzt dank Aren Emirzes gesprochenen wie geschrieenen Vocals so schnell nicht aus den Köpfen und Beinen verschwinden wird. „Circles Of Lies“ erstaunt mit wunderschönen Gesangsharmonien, die trotz all der Hymnenhaftigkeit immer dringlich den Rock-Olymp umgarnen. Sägende Riffs und filigran jaulende Gitarrensounds erweitern die Palette des ersten richtig starken Songs auf „Cause“.

Dass es nicht bei nur einem starken Song bleibt, zeigt sogleich das ungestüme „Exhausted” in der Schnittmenge aus New und Thrash Metal plus schlicht wütendem Rock. Dichte Gitarrenwände türmen sich vor mannigfaltig empor steigenden Drums auf und gefallen wieder einmal auch dank der abwechslungsreichen Vocals. Ohne dick aufzutragen steht der Longplayer für charismatischen, zuweilen hymnischen (Noise-) Rock mit wirkungsvoller Wucht und leichten Anleihen im Metal, dem in jeder Sekunde die Herzensangelegenheit des Trios anzuhören ist. Großartig produziert von Dave Sardy (u. a. Oasis, Slayer, Johnny Cash, Nine Inch Nails) und stets mit dem einen Bein in weit ausholenden Melodien, ist es aber vor allem die rhythmische Versiertheit und kernige Bissigkeit, die überzeugt, manchmal auch der harmonischen Seite zu sehr nachgibt.

Anspieltipps:

  • Circles Of Lies
  • Innocent Hell
  • Decay
  • Overplay

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