Unbunny - Moon Food - Cover
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Unbunny Moon Food


  • Label: Affairs Of The Heart
  • Laufzeit: 32 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Gitarrist und Sänger Jarid del Deo aka Unbunny begann 1995 und 1996 mit Cassetten-Aufnahmen, die 1997 auf CD veröffentlicht wurden. Nach einigen Singles, EPs, Alben und diversen Umbenennungen erschien 2004 „Snow Tires“, das hierzulande 2008 auf dem wunderbaren Kleinlabel Affairs Of The Heart erschien. Labelinhaber Jan Schewe glaubt auch weiterhin an den rast- und ruhelosen Künstler, der mit „Moon Food“ erneut sein ausgezeichnetes Lo-Fi-Songwriting unter Beweis stellt.

„Landslide“ eröffnet das Album gleich mit Unbunnys unverwechselbarer Stimme, die zwischen Melancholie und Neil Youngscher Balladen-Zerbrechlichkeit schwebt. Mit einer Melodie zum Verlieben sowie den mitschwingenden A- und E-Gitarrenklängen, die auf einem fein gewebten Rhythmusteppich nachhallen, wird „Landslide“ der erste „Hit“ des Albums. Danach startet „Young Men Are Easy Prey“ mit himmlischen „uhuuuuhhhs“, die zunächst Dylans „Knocking On Heaven’s Door“ spiegeln bis del Deos Stimme einsetzt und der Titel zum ureigenen Unbunny-Song gerät. Immer wieder streichelt er geradezu die Saiten seiner Gitarren und scheint alle Zärtlichkeit dieser Welt auf seine Stimmbänder zu übertragen. Dass alle Songs in wundersamer Melodienseligkeit baden, ist der Kunst seines Songwritings geschuldet.

Für Abwechslung sorgt eine behutsam eingesetzte Violine, die besonders auf „Straw On A Camel’s Back“ und „Winning Streak“ mit viel Einfühlungsvermögen gestrichen wird. „Are You Cautious?/Design Flame” erfährt durch die weibliche Harmoniestimme die Veredelung, während die E-Gitarren sowie die Rhythmusgruppe in Crazy Horse Nähe schwingen. Auf „Loose Wires“ klimpert ein einsames Piano und auf „Whispers“ dringen Rock- und Slide-Gitarre in den Vordergrund. Das fragile „You Run Like A Girl“ glänzt durch Einsatz von lediglich Stimme und Akustikgitarre. „February Secret“ gibt das würdige, in melancholischer Schönheit vibrierende Finale.

Man möchte „Moon Food“ Neil Young zuschanzen, denn wann sind diesem in den letzten paar Jahren so herrlich fließende Melodien von der Hand gegangen wie sie Jarid del Deo hier offeriert. Auch Menschen, die Clem Snide und Elf Power mögen, sollten sich „Moon Food“ einverleiben. Die Bezeichnung Lo-Fi hat dieses warm produzierte Album hinter sich gelassen, nicht so den Charme und die großen Gefühle, die dahinter stehen.

Anspieltipps:

  • Landslide
  • Winning Streak
  • Are You Cautious?/Design Flame
  • February Secret
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