Walter Schreifels - An Open Letter To The Scene - Cover
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Walter Schreifels An Open Letter To The Scene


  • Label: Arctic Rodeo Recordings
  • Laufzeit: 32 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Walter Schreifels und seine erste Veröffentlichung unter eigenen Namen, was erst einmal nicht so ungewöhnlich erscheint. Wenn dann allerdings zum Tragen kommt, dass er in den prägenden Hardcore-Bands Gorilla Biscuits sowie Youth Of Today spielte, bei Quicksand dem Genre Post-Hardcore gehörigem Auftrieb gab, es nahezu erst einfädelte oder Anfang des neuen Jahrtausends in Form von Rival Schools erneut die Indie-Gemeinde begeisterte. Dafür reichte das Album „United By Fate“ und charismatischer Indie-Rock, welcher seit der Wiedervereinigung 2008 für eine Fortsetzung bereit ist. Nun jedoch vorerst Singer/Songwriter-Kost der sehr persönlichen Art und das Album „An Open Letter To The Scene“, welches trotz seiner Schlichtheit zur Dauerrotation einlädt.

Angefangen beim Opener „Arthur Lee´s Lullaby“ und positiv gestimmter Atmosphäre, die von der warmen Instrumentierung und Walters hingebungsvollen Vocals lebt, werden gleich zwei Weggefährten erwähnt, nämlich Arthur Lee von Love und Evan Seinfeld von Biohazard. Schreifels erklärt es damit, dass die Menschen, die ihm nahestehen, ihn wütend wie glücklich gemacht haben eben wichtig für seinen Weg waren und sind. Doch nicht nur textlich ist der Longplayer voller Persönlichkeit und Direktheit, auch musikalisch ist der Hörer näher dran als jemals zuvor. Wenn bei „She Is To Me“ trotz des Akustikgewands so herrlich befreit gerockt wird, kommt man an der Freude und der Hingabe nicht vorbei, wird sie einem lieblich aufgedrängt.

Agnostic Front werden gecovert, deren „Society Suckers“ damit noch genau so engagiert aus den Boxen tönt, dafür aber eben deutlich harmonischer, mit im Vordergrund stehender Stimme und tollen Percussions. Authentisch verarbeitete Schwermut gesellt sich zu „Shoutout“, während am Ende Schüsse die Dramatik von menschlicher Kälte auf den Punkt bringen. Dabei zückt Walter Schreifels keine Zeigefinger, keine aufgesetzte Melodramatik, sondern beschreibt, lebt und fühlt seine Musik, die dazu noch mit wenigen Gästen auskommt. Das meiste hat Schreifels selbst eingespielt, aufgenommen und schließlich „An Open Letter To The Scene“ produziert. Wenn dann noch wirklich jeder Song so zu Herzen geht, einen umarmt, mit einem feiert und die akustische Instrumentierung für den Rest sorgt, bleibt nur Hochachtung vor einem Mann, der zum Glück noch viel mitzuteilen hat.

Anspieltipps:

  • Save The Saveables
  • Shoutout
  • Wild Pandas
  • Requiem

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