The Wave Pictures - Susan Rode The Cyclone - Cover
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The Wave Pictures Susan Rode The Cyclone


  • Label: Teddy Music/CARGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Musik, die ist unkaputtbar. Unzerstörbar und was man noch für falsche Adjektive in die Runde werfen kann. Diese Musik ist schlichter und straighter Indie-Rock. Keine großartigen Produktionen, die jedes Album zu einem Edelstein vom Juwelier schleifen, sondern noch Musik mit Ecken und Kanten, für alle, die es gerne rau, aber nicht unbedingt dreckig brauchen. Hier wird Kunst noch in einer Form serviert, die erdgebunden und natürlich klingt. Nicht, dass fein durchproduzierte Alben automatisch schlecht sein müssen, doch oft vermisst man diesen Knalleffekt, wenn verzerrte und nicht immer perfekt gestimmte Gitarren und schepperndes Schlagzeug für eine Art Live-Atmosphäre in den eigenen vier Wänden sorgen.

Bevor wir uns den Liedern in der Detailansicht widmen muss der Hörer in erster Linie wissen, ob er auf viel Akustikgitarren, eher langsames Tempo, kratzigen Gesang und einen guten Tick Folk steht. Wenn ja, dann lädt die britische Band ziemlich viel versprechend dazu ein, hereinzuhören. Gerade zum Anfang kommt mit „Kittens“ eine fast schon düstere Nummer, die kratziges Gitarrensolo-Geschrammel zelebriert, wie kein zweites Lied auf dem Album, aber insgesamt fehlt die Wärme, die diese Band später noch ausmacht. Auch in „I Shall Be A Ditchdigger“ versucht man noch zu groß, zu komplex zu wirken. Gerade der instrumentale Teil verrät schon Einiges an positiven Aspekten über die Jungs, aber noch klingt das zu dilettantisch (wenngleich dieser Effekt gewollt ist).

„Susan Rode The Cyclon“ findet seine Stärke mit Folkloreballaden wie dem anschließenden „Sweetheart“. Das ist die Art von verschrobenem Lied, die der Indie-Rock-Fan hören möchte, wenn er den auf diesen Folkanklang steht. Danach wird schon im Stile von Wilcos „A Ghost Is Born“ auf der Gitarre gefeiert, bis der Hörer Krach und Musik nur noch ganz knapp unterscheiden knapp. Psychedelisch, ein wenig Progressive und richtig entspannter Blues. So macht das gleich mehr Spaß, als im etwas leblosen Beginn. Die Stärke bleiben aber die wirklich entspannten Stücke, die nicht minutenlang nur nach Gitarrenexplosionen dürsten, wie „Throwing Words“, „I Just Want To Be Your Friend“ und natürlich „Blind Drunk“, dass genauso liebreizend und echt wie „Sweetheart“ daherkommt. Es wird nochmals daran erinnert, dass David Tattersalls Stimme wirklich schief klingt.

Wer Lust und Laune auf eine Mischung aus Brit, Folk, Indie, Rock und Akustik hat, wobei eine große Spur Lo-Fi auf dem Silberling zu finden ist, der wird an The Wave Pictures Gefallen finden. Gerade mit „Sweetheart“ und „Blind Drunk“ sind auch richtige Hymnen fürs Sommernachtslagerfeuer entstanden, die noch lange im Ohr bleiben. Dass nicht alles Gold ist, was glänzt, sind wir ja gewohnt und es ist kein Verbrechen, den Skip-Knopf bei der ein oder anderen Nummer zu gebrauchen. Ein gutes halbes Dutzend an wirklich feiner Katzenjammer-kammermusik im modernen Stil bleibt immer noch übrig.

Anspieltipps:

  • Sweetheart
  • Blind Drunk
  • Cinnamon Baby

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