Soulfly - Omen - Cover
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Soulfly Omen


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Omen“ ist trotz ein paar geringer Mängel wie seine Vorgänger ein abwechslungsreiches und vor Energie strotzendes Beispiel metallischer Handwerkskunst.

Soulfly (2005), Sepultura (2006), Soulfly (2008), Cavalera Conspiracy (2008), Soulfly (2010) – In den letzten fünf Jahren musste man sich wirklich nicht beschweren, dass kein neues Material der Cavaleras Igor und Max auf den Markt kam. Okay, der jüngere der beiden sitzt meistens am Schlagzeug und bringt nicht denselben Input wie sein ein Jahr älterer Bruder, aber trotz Familienzwists und –streitigkeiten bleibt irgendwie doch alles in der Familie. Nach der Versöhnungsplatte „Inflikted“ (03/2008) und Soulflys „Conquer“ (07/2008) ist jedenfalls wieder Max (Gesang, Gitarre) an der Reihe und muss mit „Omen“ den guten Eindruck des Vorgängers halten und seinen Status als eine der treibenden Kräfte im Genre bestätigen.

Das ist dem 40-Jährigen auch wunderbar mit der brachialen Breitseite „Bloodbath & beyond“ gelungen, denn ohne Intro, Vorgeplänkel oder sonstiges instrumentales Geklimper legt die Nummer gleich richtig los und fräst einem ungefragt die Schädeldecke auf. Diesem Schnellstart folgt anschließend die zweite unvorhergesehene Überraschung, denn nach einer halben Minute spuckt in „Rise of the fallen“ nicht Max seine Hasstiraden über das korrupte System ins Mikro, sondern Greg Puciato von The Dillinger Escape Plan, der mit seinem kratzigem Organ für ein unerwartetes Aha-Erlebnis sorgt. Damit wären die großen Überraschungen auf Soulflys siebtem Longplayer abgehakt und Mr. Cavalera konzentriert sich in weiterer Folge auf eine mehr als geglückte Statusverwaltung.

„Great depression“ knallt mit mächtig Groove in die Synapsen, während „Lethal injection“ einen kurzen Abstecher in Hardcore-Gefilde macht, der vor allem wegen Tommy Victors (Prong) unterstützender Darbietung knackig bleibt, bis „Kingdom“ ein Höllenriff durch die Boxen zerrt, das den Schädel munter im Takt gegen die Wand schlagen lässt, „Jeffrey Dahmer“ als Hommage an den berüchtigten amerikanischen Serienkiller wegen seines simplen, aber effektiven Refrains in den Gehörgängen stecken bleibt, „Off with their heads“ einen gelungenen Mix aus Thrash und Punk parat hält und „Vulture culture“ in technischer Perfektion einen eingängigen wie kurzweiligen Killertrack stellt. Ganz und gar nicht doomig geht es mit „Mega-Doom“ weiter, obwohl der zwischen Midtempo-Thrash und fetzigem Speed Metal pendelnde Song gut und gerne etwas stärkere Lyrics („Killing, bleeding, killing, bleeding / Enter the Mega-Doom, follow the Mega-Doom / Killing, bleeding, killing bleeding“) vertragen hätte.

Zum Abschluss legen Max, Marc Rizzo (Gitarre), Bobby Burns (Bass) und Joe Nunez (Schlagzeug) bei „Counter sabotage“ noch ein ordentliches Pfund Groove in die Waage, erhöhen und drosseln das Tempo mehrmals im Stück und garnieren diese Tour de Force gegen Ende mit einem fulminanten Solo-Part, der ausgiebig im ruhigen Instrumental „Soulfly VII“ verdaut werden kann. Anno 2010 geht also auch in Brasilien bei Max & Co. alles seinen gewohnten Gang, denn „Omen“ ist trotz ein paar geringer Mängel (mehr als zweckmäßige Lyrics, fehlende Spannung in der zweiten Hälfte) wie seine Vorgänger ein abwechslungsreiches und vor Energie strotzendes Beispiel metallischer Handwerkskunst.

Anspieltipps:

  • Jeffrey Dahmer
  • Counter Sabotage
  • Rise Of The Fallen

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