Nas & Damian Marley - Distant Relatives - Cover
Große Ansicht

Nas & Damian Marley Distant Relatives


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 61 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit ihrer Single „Road to Zion“ im Jahre 2005 planten der Rapper Nas, bürgerlich Nasir Jones, und Damian „Jr. Gong“ Marley, Sohn von Bob Marley, ein gemeinsames Album. Ihre gemeinsamen afrikanischen Wurzeln wollten sie musikalisch erforschen und mit Damians Bruder Stephen, Lil’ Wayne und dem zurzeit angesagten K'Naan kam noch Unterstützung dazu. Alle Kompositionen stammen von Damian und Nas, wobei Damian Marley bevorzugt an den Beats feilte, sodass Reggae gegenüber HipHop meist die Oberhand hat.

Dass das Zusammenspiel aus Rap und Reggae hervorragend funktioniert, merkt man schon an den ersten Klängen des Albums. Textlich gibt es die erwähnten Reflexionen über die Herkunft der Protagonisten, die in dem Schlusssong „Africa must wake up“ gipfeln, der eine Art Aufbruchstimmung für den schwarzen Kontinent schüren soll, die angesichts der schwerwiegenden Probleme allerdings nur vorstellbar scheint. Einzig die Kollaboration mit dem zurzeit inhaftierten Rapper Lil’ Wayne stört ein wenig den guten Gesamteindruck, denn den Sprechgesang des Herrn Wayne mag man inzwischen kaum mehr hören und der Song ist ausnahmsweise auch nur Mittelmaß.

Der Opener „As we enter“ gibt einen guten Vorgeschmack, was den Hörer in den kommenden Minuten erwartet: Mit flotten Beats, pfeilschnellen Raps und Reggae-Gesängen führen Nas und Damian Marley ihre gut funktionierende Symbiose von Rap und Reggae vor. „Tribal war“ gehört zu den hitverdächtigen Tracks, denn afrikanische Gesänge, coole Reggae-Beats, der gute K'Naan und natürlich Nas führen US-HipHop und afrikanische Vergangenheitsbewältigung gekonnt zusammen.

Ein wenig aus der Reihe fällt das sommerlich-leichte „Count your blessings“, das durch eine Akustikgitarre angeführt und nur mit einem leichten Reggae-Touch versehen ist, der durch genre-untypische Instrumente wie Schlagzeug, Keyboard und Bass ergänzt wird. Die Melodie bleibt nachhaltig im Ohr und gehört in die Kategorie absolut radiotauglich. Musikalisch bleibt es also abwechslungsreich. Reggae und Rap bleiben allgegenwärtig und man muss feststellen, dass Nas und Damian Marley ein gutes Kompositionsteam abgeben. Einziger Mangel scheint zeitweise nur die Länge der Songs zu sein, denn kaum ein Track bleibt unter vier bzw. fünf Minuten. Kürzere und damit kompaktere musikalische Ware wäre besser gewesen. Doch die Herren Marley und Jones brauchen anscheinend Zeit, um ihre Wurzeln entsprechend zu würdigen und das tun sie definitiv mit Klängen, die nicht nur den Sommer einläuten, sondern gleichzeitig ernste Themen transportieren.

Anspieltipps:

  • As We Enter
  • Tribal War
  • Count Your Blessings
  • Leaders featuring Stephen Marley

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
7/10

Gebäck In The Days: Live In Hamburg
  • 2017    
Diskutiere über „Nas & Damian Marley“
comments powered by Disqus