Von Spar - Foreigner - Cover
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Von Spar Foreigner


  • Label: Italic/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach überaus hektischem, gleichwohl grandiosem NDW-Postpunk („Die Uneingeschränkte Freiheit Der Privaten Initiative“, 2004) und wunderbarem 20-Minuten-Krautrock inklusive absurdem Exkurs in Death-Metal-Gefilde („Von Spar“, 2007) überraschen Von Spar nun erneut mit einer Kehrtwende Richtung Electro-Pop, R’n’B und Minimal. Nachvollziehbar? Irgendwie nicht. Gelungen? Überaus.

„Foreigner” zitiert und zitiert. „Scotch & Chablis“ klingt mit seinen ätherischen Vocals beispielsweise wie ein lupenreiner Air-Track zu „Moon Safari“-Zeiten, während „Collecting Natural Antimatter“ teils geradezu aus Samples von Pink Floyds „Wish You Were Here“ zu bestehen scheint und im Finale Mogwai ausgiebig Tribut zollt. Von Spar plündern schlicht die Ideen ganzer Genres aus und fabrizieren ihre eigene Vision davon, wobei die erstaunliche Homogenität des Werks wie selbstverständlich wirkt.

Diesmal gibt es mit „trOOps“ sogar eine stylische Single, welche allerdings scheinbar „The Architect“ von dEUS als Vorbild hatte und im direkten Vergleich etwas Federn lässt. Dafür dürfte „Daddy Longlegs“ aber Paul Kalkbrenner zum Weinen bringen, was ja auch kein schlechter Gradmesser ist. Die Frage ist nur, ob Von Spar das überhaupt interessiert.

Doch genug der Referenzen. „Foreigner“ hat es auch gar nicht verdient, auf jene reduziert zu werden. Das dritte Album der Band wirkt zwar wie die Vorgänger ziemlich elitär, ist dabei aber gleichzeitig so tanzbar, ja geradezu für den Club prädestiniert, dass man dahinter keinesfalls Absicht vermutet. Zusammen mit Thomas Mahmoud wäre diese großartige Platte wohl nicht machbar gewesen, aber was soll’s. Machen The Oliver Twist eigentlich noch was?

Anspieltipps:

  • I Can`t Stand The Grain
  • Collecting Natural Antimatter
  • Daddy Longlegs

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