Amanda Jenssen - Happyland - Cover
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Amanda Jenssen Happyland


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Schon wieder so eine Popsensation aus Skandinavien. Moment mal! Popsensation? Normalerweise sind die Skandinavier für ihre Rockbands bekannt. Ganz gleich ob Metal oder Brit, aber die Popmusiker aus Schweden, die internationalen Erfolg haben, lassen sich nach Roxette ziemlich genau an einer Hand abzählen. In Zeiten von Myspace und Co. wird allerdings gerne und schnell von Superstars gesprochen und der Plattenverkauf im Heimatland gibt Amanda Jenssen Recht. Die 21-jährige Schwedin hat mit einer Kombination aus Jazz und Pop den Musiknerv der breiten Masse getroffen. Sie klingt angenehm anders, ohne sich weit von den sonstigen Popsongs der Jetztzeit zu entfernen. Wir schlagen uns einfach mal auf Amandas Seite und erklären, warum es mit diesem Album einfach klappen muss und wer potenzielle Gefahr für die junge Frau darstellen könnte.

Wer auch immer die Tracklist gefertigt hat, versteht den Musikmarkt. Das Album „Happyland“ kann und muss mit dem Titeltrack beginnen, denn „Happyland“ ist ein Ohrwurm der allerbesten und –bösesten Sorte. Es ist unmöglich stillzuhalten, obwohl oder gerade weil dieser Track so simpel gestrickt ist. Im Grunde passiert drei Minuten lang gar nichts, doch das Konzept der Kurzweiligkeit geht hier grandios auf. Diese Big-Band-Retro-Pop-Nummer kann man wieder und wieder und wieder hören. Man merkt einfach den Unterschied zu „Save Me For A Day“, welches wie auch „The Rebounder“ den Jazz-Charme ausstrahlt, aber nicht das Hitpotential hat. Es fehlt diese Melodie, die einfach im Kopf stecken bleibt. Der Vorteil gegenüber einem „Allein Allein“ von Polarkreis 18 ist jedoch, dass niemand die Jazz-Pop-Nummer verachten wird, da der Stil einfach zu ungewohnt für die meisten Hörer ist.

Neben den schnellen Songs fürs Parkett liefert Amanda natürlich auch herrliche Balladen, in welchen ihre Stimme keineswegs untergeht. Amanda Jenssen ist nicht gecastet oder ein Notnagel eines Labels, sondern eine waschechte Sängerin mit Herzblut und Talent. Und seien es nun pathetische Balladen („The End“) oder intime Momente („Autopilot“, „Our Time“): Amanda beherrscht sie alle und bringt wirklich gute Laune. Sie ist die gut gelaunte Gemma Ray, die poppigere, glänzende Version, die den Untergrund hinter sich lässt und die Illusion des alten und anderen im Gegensatz zu Christina Aguilera doch am Leben hält. Spätestens „Charlie“ beweist die Liebe zum Jazz, und dass dieses Genre nicht als bloßer Marketingplan herhalten muss.

Gerade diese Jazznummern („Common Henry“, „Borderline“) machen das Album so interessant und sorgen für kurzweiligen Spaß, der die nächsten Monate nicht langweilig werden dürfte. Endlich Jazz, zu dem man nicht abends im Club sitzen muss, sondern welchen man auch im Schwimmbad und im Park genießen kann. Genau wie bei Jamie Cullum entscheiden aber nun mal die Tracks, die sich am wenigsten mit dem Jazz identifizieren und so endet das Album nicht von ungefähr mit einem Remix des Smash Hits „Happyland“. Diese Maßnahme ist allerdings mehr als legitim, denn alles was hilft, diese Künstlerin auch in Deutschland zu etablieren sollte recht sein. Amanda Jenssen hat das Potenzial zu den besten weiblichen Popmusikern dieses Jahres zu gehören. Auf jeden Fall läutet sie das zweite Quartal mehr als gut ein und allein Kate Nash könnte ihr jetzt noch Einhalt gebieten, die zwei Wochen vorher mit „My Best Friend Is You“ vorlegt. Es ist angerichtet!

Anspieltipps:

  • Happyland
  • Autopilot
  • Charlie

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