Masterplan - Time To Be King - Cover
Große Ansicht

Masterplan Time To Be King


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Geniale Ideen werden selten weiterentwickelt und entfalten dadurch fast nie ihr tatsächliches Potenzial.

Die Freude war groß im Masterplan-Lager, als bekannt wurde, dass Jørn Lande nach drei Jahren zu seinen ehemaligen Brötchengebern zurückkehren würde, um abermals das Gesangsmikro zu übernehmen. Immerhin zeichnete er sich durch seine markante Stimme maßgeblich für den hohen künstlerischen Erfolg von Alben wie „Aeronautics“ mit verantwortlichen, die bis Mitte des Jahrzehnts der zunehmend stagnierenden Power-Metal-Szene neuen Antrieb verliehen. Kein Wunder also, dass die Erwartungen an die neue Scheibe der nun wiedervereinigten Formation dementsprechend hoch gesteckt waren.

Erwartungen, die leider – das sei an dieser Stelle bereits gesagt – großteils enttäuscht werden. Denn „Time To Be King“ ist nicht nur ein selten plakativ wie dämlicher Albumtitel: genauso abgedroschen und tausend Mal gehört, klingt auch der Titelsong, so wie auch ein guter Teil der auf dieser Scheibe versammelten Nummern. Dabei geht es noch ganz viel versprechend los: „Fiddle Of Time“ ist ein anständiger Opener, der durch starken Gesang und nette moderne Spielereien hervorsticht. Leider waren die guten Ideen beim Refrain wohl schon verbraucht, denn der rauscht einfach so vorbei, ohne große Aufmerksamkeit zu erregen. Ähnliches trifft auf „Blow Your Winds“ zu, dem auf halber Strecke die Luft ausgeht, während die Single „Far From The The End Of The World“ noch nicht einmal versucht, in Ansätzen interessant zu klingen.

„Lonely Winds Of War“ lässt schließlich mit folkigen Intro noch einmal aufhorchen. Zwar wandern für den Titel fünf Euro in das Phrasenschwein, doch die Nummer lässt sich tatsächlich als stärkster Song des Albums ausmachen. Auch „The Dark Road“ kann dank emotionalem Gesang noch einmal punkten, dafür braucht „The Sun Is in Your Hands“, „The Black One“ und „Under The Moon“ kein Mensch. „Blue Europa“ kann noch mit ein paar spannenden Einfällen überzeugen, doch für einen echten Höhepunkt reicht es einfach nicht – ein Fazit, das für das gesamte Album gilt.

Zwar blitzen immer wieder geniale Ideen, die in der Vergangenheit Songs wie „Crimson Rider“ auszeichneten durch, doch selten werden sie konsequent weiterentwickelt und entfalten dadurch fast nie ihr tatsächliches Potenzial. Am Ende ist es nur Jørn Lande, der „Time To Be King“ vor der totalen Trivialität rettet.

Anspieltipps:

  • Fiddle Of Time
  • Lonely Winds Of War
  • The Dark Road

Neue Kritiken im Genre „Power Metal“
7/10

Riding The Storm: The Very Best Of The Noise Years 1983-1995
  • 2016    
8/10

Ride The Sky: The Very Best Of 1985-1998
  • 2016    
Diskutiere über „Masterplan“
comments powered by Disqus