Bleeding Through - Bleeding Through - Cover
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Bleeding Through Bleeding Through


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Episch, orchestral und ganz und gar nicht aggressiv gestaltet sich der Opener „A resurrection“ vom selbstbetitelten, nunmehr sechsten Album der aus Orange County, Kalifornien stammenden Bleeding Through, die ihrem bissigen Metalcore in der über zehnjährigen Geschichte immer wieder aufs Neue unterschiedliche Facetten unterbreitet hatten. So ist es dann nicht verwunderlich, dass eine Platte, die nicht mehr als den Namen der Band stolz auf dem Frontcover präsentiert, versucht einen musikalischen Querschnitt der etwas anderen Art anzubieten. Es gibt zähnefletschenden Hardcore aus den Anfangstagen der Truppe zu hören, der seine wütende Ader behalten hat und vor allem durch das Gekeife von Brandan Schieppati enorme Durchschlagskraft besitzt, garniert mit einem ordentlichen Schuss Heavy Metal, bestehend aus einer knackigen Melange aus Death, Black und Thrash Metal, und abgerundet wird der Genrecocktail mit der nicht tot zu kriegenden Metalcore-Essenz Klargesang, welche allerdings nur mehr in vereinzelten Tracks zum Vorschein tritt.

Bleeding Through also einen Vorwurf bezüglich fehlender Abwechslung zu machen, wäre ausgesprochen fehl am Platz, doch wie heißt es so schön „Weniger ist manchmal mehr“. Gerade einem Song wie „Breathing in the wrath“, der von seiner Grundidee her mit wuchtigem Hardcore-Geplänkel im Todesblei-Mantel aufwartet, hätte ein geradliniger Zugang besser gemundet, denn wenn sich Gangshouts mit barocken Streichern und Ambient-Sounds paaren klingt das eben einfach scheiße und hoffnungslos überladen. Ebenfalls daneben liegen Schieppati & Co. mit der fehlgeleiteten Melodic Death Metal-Nummer „This time nothing is sacred“, die versucht die Trademarks der Band in ein Dark Tranquillity-Korsett zu zwängen, was angesichts der von den Schweden übernommenen, luftigen Pianopassagen äußerst lächerlich anmutet.

Überhaupt gibt es einige Passagen, wo nervöse Zuckungen beim Hörer ausgelöst werden, wenn mal wieder ein genial aufgebauter Moshpart oder exzellente Grooves im Morast der Bedeutungslosigkeit verschwinden, weil Bleeding Through eine schwachsinnige Abzweigung im Song genommen haben und statt einer metallischen Vollbedienung süßlicher Ballast die Ohren belästigt und hiermit seien nicht einmal die am Computer entstandenen Verzerrungen und nachbearbeiteten Effekte gemeint. Die sechste Langrille der Kalifornier ist daher milde ausgedrückt eine allzu überambitionierte Platte geworden, deren roter Faden zu einem gordischen Knoten verwoben wurde, der von der Band selbst nicht schlüssig gelöst wird, sondern mit jedem weiteren Song an Volumen zunimmt. „Bleeding through“ ist letztendlich kein Meisterwerk oder der erhoffte Katalysator im erstarkenden Genre, sondern ein Sammelsurium von interessanten Ideen, die für sich allein gesehen mehr Laune machen als die Summe der einzelnen Teile.

Anspieltipps:

  • Anti-Hero
  • Your Abandonment
  • Distortion, Devotion

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